"Rrriot Festival": Selbst, aber nicht allein ist die Frau!

    1. März 2019, 07:00
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    Das neue Festival widmet sich Frauenrechten mit Ernst und Witz: Gespräche, Ausstellungen, Comedy und Partys

    Wenn die Frauenpolitik der Regierung zu wünschen übrig lässt, mach's dir selbst! Krawalle sind allerdings nicht zu befürchten, wenn in den nächsten Tagen an allen Ecken von Wien das Wörtchen "Rrriot" die Runde macht. Denn eine friedliche Revolution ist Anliegen des gleichnamigen feministischen Festivals. Es geht um Frauenrechte, Gleichberechtigung und Gemeinschaft. Ein üppiges Programm aus Diskurs und Party ist dazu eine Woche lang angerichtet.

    Schon seit 2015 setzt sich die Reihe Business Riot mit Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsmarkt auseinander. Vor zwei Jahren kam die Idee auf, den Event in den Kulturbereich auszudehnen. Vom Erfolg bei der Premiere voriges Jahr waren die Macherinnen Therese Kaiser, Viktoria Hauser und Maxi Lengger überrascht. Trotz überschaubaren Budgets und weniger Veranstaltungen kamen 4500 Besucherinnen zum Rrriot.

    Mehr Sichtbarkeit erwünscht

    Der Fokus der mit 70 Lesungen, Gesprächsrunden, Spaziergängen, Ausstellungen und Konzerten vollgepackten Tage liegt diesmal auf dem Bezirk Brigittenau. Der Fleck steht nicht gerade im Ruf, ein kulturelles Mekka zu sein. Doch gebe es dort viele Kultureinrichtungen und Initiativen, die sich mit Geschlechterthemen auseinandersetzen, sagt Therese Kaiser. An diese bestehenden Initiativen dockt Rrriot an, um sie zu vernetzen und so ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. So geht nachhaltig.

    Gewitzte Zugänge auf Geschlechterbilder

    Die Zugänge meinen es ernst, sind aber gewitzt. Ein weibliches Roller-Derby-Team und männliche Cheerleader sprechen mit Seniorenheimbewohnern über Geschlechterbilder. Eine Drogistin verrät in Workshops Kräutertipps für Frauengesundheit. Das stille Örtchen Klo wird zur Diskursstätte über Barrierefreiheit und Ökologie. Konventionell nehmen sich im Vergleich ein Vortrag der New Yorkerin Juliana Huxtable oder ein Podium zu Frauennetzwerken im Kreativbereich aus. Unter dem Titel "Alle töten ihre Frauen, niemand tötet seinen Chef" reden Experten über Gewalt an Frauen. Regarding Revolt heißt eine Ausstellung über Schönheit, ein Voguing-Ball versprüht queeren Glamour.

    Das Rrriot Festival will in die kommende Woche so viele Veranstaltungen packen, dass keiner daran vorbeikommt. Auch das Technische Museum, das Architekturzentrum oder das Kosmos-Theater warten mit thematisch passenden Beiträgen auf. Los geht es heute mit dem Opening mit female:pressure in der Traktorenfabrik Floridsdorf. (Michael Wurmitzer, 1.3.2019)

    • Wann ist Frau schön? Dem geht die Schau "Regarding Revolt" nach, etwa mit Gloria Dimmels Foto "No Shame".
      foto: gloria dimmel

      Wann ist Frau schön? Dem geht die Schau "Regarding Revolt" nach, etwa mit Gloria Dimmels Foto "No Shame".

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