Turbulenzen im Weltcup-Endspurt

28. Februar 2019, 15:41
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Nach Trainingsabsage fällt in Kvitfjell Freitag-Abfahrt der Herren aus – Puelacher: "Entscheidung gegen den Sport" – Schwierige Bedingungen für Damen in Sotschi

Krasnaja Poljana/Kvitfjell – Im Finish des Alpinski-Weltcups regiert das Chaos. In Sotschi wurde am Donnerstag auch das zweite Abfahrtstraining der Damen wegen einer unbefahrbaren Piste abgesagt. In Kvitfjell musste das einzige Training der Herren nach dreimaliger Verschiebung wegen zu viel Wind gestrichen werden. Nun soll am Freitag trainiert werden, die an diesem Tag geplante Garmisch-Ersatzabfahrt wurde gestrichen.

Am Freitag zu trainieren und danach auch ein Rennen zu fahren, ist laut den Verantwortlichen aus TV-Gründen nicht möglich. Während ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher dies als "Entscheidung gegen den Sport" bezeichnete, übte auch Fahrer Hannes Reichelt Kritik. Man sei Trainings oder Rennen schon bei ärgeren Verhältnissen gefahren, siehe WM in Aare, monierte der angeschlagene Salzburger. "Ich kann keine Linie erkennen." Der 38-Jährige laboriert nach seinem Sturz in Bansko noch an Schmerzen, will aber unbedingt starten, um für nächste Saison Punkte zu sammeln.

Probleme in Rosa Khutor

Weil der Schneefall in Rosa Khutor kurz vor Mittag einsetzen soll, wurde der Trainingslauf der Damen am Freitag auf 9.15 Uhr Ortszeit (7.15 Uhr MEZ) vorverlegt. Es werden bis zu 30 Zentimeter Neuschnee erwartet. Sollte auch am Freitag kein Abfahrtstraining möglich sein, findet schon am Samstag der Super-G statt. Ob es am Sonntag einen zweiten Super-G in Russland geben kann, ist offen. Montag ist keine Option.

Nicole Schmidhofer wäre über eine Abfahrtsabsage wohl nicht besonders traurig. Die Österreicherin hält nach der Zeitenkorrektur von Crans Montana als Führende bei 444 Punkten. Nach dem Saison-Aus von Weltmeisterin Ilka Stuhec haben die Teamkolleginnen Ramona Siebenhofer (354), Stephanie Venier (340) sowie die Deutsche Kira Weidle (278) als restliche Kristall-Anwärterinnen schon Rückstand. Österreichs Damen haben die Abfahrtswertung im Weltcup zwar schon 18 Mal (Rekord) gewonnen, zuletzt aber 2007 durch Renate Götschl.

Immerhin durften die Damen Donnerstag erstmals auf die Strecke. "Es hat eigentlich ganz gut ausgeschaut. Aber die letzten vier Kurven sind sehr weich", berichtete Siebenhofer von der Besichtigung. Sie würde natürlich sehr gerne eine Abfahrt fahren. "Weil ich dann noch zwei Chancen habe."

Zu viel Wind in Norwegen

In Norwegen wurde das Training zunächst mehrmals verschoben und dann endgültig abgesagt. Der zu starke Wind umfasste am Ende auch den Bereich beim Russi-Sprung, womit am "Olympiabakken" auch eine Fahrt vom Reservestart nicht mehr möglich war. Auch die Überlegung, die Piste in Überanzügen zu befahren, wurde verworfen. Damit wurde die für Freitag geplante gewesene Abfahrt gestrichen, um stattdessen um 11 Uhr zu trainieren. Damit lebt in Kvitfjell das Originalprogramm mit Abfahrt am Samstag und Super-G am Sonntag wieder auf.

Marcel Hirscher lässt Kvitfjell bekanntlich ebenso aus wie Alexis Pinturault und konzentriert sich hinsichtlich 8. Gesamtsieg in Folge bei Riesen-Vorsprung voll auf die Technikrennen in Kranjska Gora. In der Abfahrt hat der Schweizer Beat Feuz bei 100 Punkten Vorsprung auf Kitzbühel-Sieger Dominik Paris (ITA) beste Kugel-Karten. Verlässt Feuz Norwegen mit 101 Punkten Vorsprung, ist das 19. Abfahrtskristall für die Schweiz in der Abfahrt fix.

Weitaus enger geht es im Super-G zu. Vincent Kriechmayr führt mit 236 Punkten nur hauchdünn vor seinem ÖSV-Teamkollegen Matthias Mayer (233), Paris (230) und Lokalmatador Alexsander Aamodt Kilde (227). (APA, 28.2.2019)

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