FMA warnt vor Kryptoplattform "nur für Österreicher"

    28. Februar 2019, 12:58
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    Laut Finanzmarktaufsicht ist darsnek.com nicht berechtigt, Bankgeschäfte in Österreich zu erbringen – trotzdem geht die Seite hier auf Kundenfang

    Wien – Es klingt wieder einmal nach einem schnellen Geldvermehrungswunder: Die "preisgekrönte Trading-App darsnek.com" werde von Krypto-Tradern betrieben und stehe ausschließlich österreichischen Anlegern zur Verfügung. Die "einzigartige Software" soll es schaffen, mit einem Vorsprung von 0,01 Sekunden gegenüber den Märkten Aufträge abzuwickeln und damit einen Vorteil zu erwirtschaften. Anleger würden damit zu Millionären.

    Die Finanzmarktaufsicht warnt nun vor Geschäften mit diesem Unternehmen. Die Website und deren Betreiber sind laut FMA nicht berechtigt, konzessionspflichtige Bankgeschäfte in Österreich zu erbringen. Dem Anbieter ist die gewerbliche Entgegennahme fremder Gelder zur Verwaltung (Paragraf 1 Abs 1 Z 1 BWG erster Fall) daher nicht gestattet.

    Betrugsplattformen boomen

    Angebote wie diese schießen in den vergangenen Jahren aus dem Boden. Immer wieder fallen Anleger auf die Tricks der Anbieter herein. Fast jede zweite Warnung der FMA bezieht sich mittlerweile auf Krypto-Betrüger. Im Vorjahr wurde das Betrugssystem Optioment aufgedeckt, das ebenfalls seine Hauptbühne in Österreich hatte. Gegen elf Personen wird in dieser Causa mittlerweile ermittelt. Erst vor wenigen Tagen ist eine europaweit tätige Gruppe aufgeflogen. Zu den tausenden Betrugsopfern zählen auch Österreicher, insgesamt soll die Tätergruppe laut Bundeskriminalamt einen Schaden von schätzungsweise 100 Millionen Euro jährlich verursacht haben. Dazu wurden in Bulgarien und in der Tschechischen Republik professionelle, konzernartige Strukturen geschaffen.

    Warnungen und Information

    Die FMA warnt laufend vor unseriösen Anbietern. Wer sich also nicht sicher ist, ob er einem Angebot folgen soll, kann sich auf der Homepage der FMA informieren. Dort finden Interessierte auch Anhaltspunkte, wie unseriöse Anbieter erkannt werden können. Die wichtigsten Punkte sind:

    • Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meistens auch nicht!
    • Kaufen Sie nur, was Sie auch verstanden haben!
    • Informieren Sie sich und seien Sie kritisch!

    Hohe Renditen sind typischerweise mit einem höheren Risiko verbunden. Werden einem also "Geheimtipps" bzw. "Wundermittel" angeboten, die nur "jetzt" als "einmalige Chance" gelten, ist höchste Vorsicht geboten. (bpf, 28.2.2019)

    • Schnell reich werden mit Investments in Cryptowährungen wie Bitcoin: Anleger steigen bei diesem Versprechen meist schlecht aus, hinter vielen Anbietern verbergen sich Betrüger.
      foto: afp / jack guez

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