Düpierter Trump bezichtigt Ex-Anwalt Cohen der Lüge

    28. Februar 2019, 12:33
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    Anhörung im US-Kongress "furchtbare Sache" – Stormy Daniels lobt Cohen – Aussage geht am Donnerstag hinter verschlossenen Türen weiter

    Hanoi/Washington – Donald Trump hat seinen Ex-Anwalt Michael Cohen nach dessen schweren Vorwürfen gegen den US-Präsidenten der Lüge bezichtigt. Cohens Anhörung vor dem Repräsentantenhaus sei beschämend gewesen. "Er hat viel gelogen", sagte Trump am Donnerstag in Hanoi auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.

    Allerdings habe Cohen an einer Stelle die Wahrheit gesagt, nämlich dass es keine geheimen Absprachen des Trump-Teams mit Russland im US-Präsidentenwahlkampf 2016 gegeben habe, fügte Trump hinzu. Zugleich kritisierte er das US-Repräsentantenhaus dafür, Cohen ausgerechnet während des Gipfeltreffens in Hanoi befragt zu haben. Es sei "eine furchtbare Sache" gewesen. Die von den US-Demokraten kontrollierte Kammer hätte die Anhörung auf die Zeit nach seinem Treffen mit Kim legen sollen, sagte Trump.

    Cohen hatte Trump am Mittwoch einen Rassisten, Betrüger und Schwindler genannt. Trump habe trotz gegenteiliger Beteuerungen während des Wahlkampfes Immobiliengeschäfte in Russland ausgelotet. Zudem habe Trump ihn angewiesen, Schweigegeld an die Porno-Schauspielerin Stormy Daniels zu zahlen, um eine Affäre mit ihr zu vertuschen. Auch habe er im Voraus von gehackten Mails gewusst, die seine Rivalin Hillary Clinton belasteten.

    Pornosternchen lobt Cohen

    Pornodarstellerin Stormy Daniels lobte Trumps Ex-Anwalt dafür, dem Kongress die "Wahrheit" über die Schweigegeldzahlungen an sie gesagt zu haben. Sie sei stolz auf Cohen, weil er endlich versuche, etwas von dem angerichteten "Schaden wiedergutzumachen", erklärte Daniels am Mittwoch. Sie verstehe die Angst, die Cohen um seine Familie habe. "Ich erinnere mich an die Angst, die Sie fühlen. Ich fühle sie immer noch", fuhr die Pornodarstellerin mit dem bürgerlichen Namen Stephanie Clifford fort.

    Cohen wird auch am Donnerstag im Kongress befragt, diesmal allerdings im Geheimdienstausschuss hinter verschlossenen Türen. Der Vorsitzende des Gremiums, der Demokrat Adam Schiff, twitterte im Vorfeld, er werde unter anderem bei Trumps Immobilienplänen in Moskau und Cohens Falschaussagen in der Vergangenheit nachbohren. Am Mittwoch hatte Cohen gesagt, er habe keine direkten Beweise für eine Verschwörung Trumps mit Russland, aber einen entsprechenden Verdacht. (APA, 28.2.2019)

    • Bei Cohens Aussage blieb kein Auge trocken.
      foto: andrew caballero-reynolds / afp

      Bei Cohens Aussage blieb kein Auge trocken.

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