Das Klo der Zukunft kommt aus Österreich

    28. Februar 2019, 11:03
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    Das Wiener Studio Eoos zeigt auf der Design-Messe Triennale di Milano die nachhaltige Toilette der Zukunft.

    "Urine Trap" heißt die geplante Klo-Revolution des Wiener Designstudios Eoos. Im Rahmen der Installation "Circular Flows: The Toilet Revolution" stellt das Team ihre Konzept-Toilette vor. Die Urin-Falle, wie sie auf deutsch übersetzt wird, soll die durch menschlichen Urin verursachte Abwasserverschmutzung auf ein Minimum reduzieren. Dafür wird der Urin separat gesammelt, um nicht im Abwasserstrom abfließen zu müssen. Die gesammelte Flüssigkeit wird in Tanks gelagert, behandelt und schließlich als Dünger verwendet .

    foto: eoos/grafisches büro
    In der "Urine Trap" wird das Urin separat vom Abwasser gesammelt.

    Zum Wohle der Umwelt

    Grund für das Design-Projekt von Martin Bergmann, Gernot Bohmann und Haradl Gruendl ist der Fokus auf Sustainable Design, also nachhaltiges Design. Denn der menschliche Urin beinhaltet rund 80 Prozent des im Abwasser enthaltenen Stickstoffs. Das Problem der Stickstoff-Belastung gilt neben dem durch Kohlenstoffdioxid beförderten Treibhauseffekt als zweite große Herausforderung im Kampf um das Wohl der Umwelt. Besonders in Städten werden große Mengen Stickstoff mit dem Abwasser in die Flüsse geleitet. Das führt zu einem Wachstum von Algen, das den Küstengebieten Sauerstoff entzieht und sie damit zu sogenannten "Totzonen" macht – viele Fische und Organismen können unter diesen Bedingungen nicht überleben.

    foto: eoos
    Die Installation "Circular Flows: The Toilet Revolution" auf der Triennale di Milano.

    Unterstützt und gefördert

    Die "Urine Trap" basiert auf jahrelangen Forschungsarbeiten des Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag. Eoos hat nun eine Weiterentwicklung vorgelegt, bei der die Trennung von Abwasser und Urin mit geringen Aufwand stattfinden kann. Der österreichische Beitrag auf der Mailänder Messe ist im Auftrag des Museum für Angewandte Kunst entstanden und wird vom Bundeskanzleramt gefördert. (poll, 28.2.2019)

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