Paris Fashion Week: Transparentes und Feminismus-Shirts

Ansichtssache1. März 2019, 17:00
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Die Modewoche in Paris begann mit den Herbst-Schauen von Jacquemus und Dior. Eine Ansichtssache.

foto: thomas samson / afp

Saint Laurent

Mit dieser Kollektion kommt Frau nicht durch jede Tür: ein halbes Jahr will Saint Laurent-Designer Anthony Vaccarello damit verbracht haben, die Breite seiner Mäntel auszutarieren.

Das Ergebnis: Wuchtige Schultern. Model Nummer zwei kam wie eine Doppelgängerin der Saint Laurent-Muse Betty Catroux daher. Nebenbei bewies Vaccarello wieder einmal, dass er ein Spezialist für transparente Oberteile, rasant geschnittene Minikleider und Hotpants ist. Dass seine Kollektion einwandfrei im Schwarzlicht funktioniert, auch. Die Saint Laurent-Frau ist eben ein elegantes Nachtschattengewächs.

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Saint Laurent

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Saint Laurent

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Saint Laurent

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Dior

Dior-Modechefin Maria Grazia Chiuri verbeugte sich wieder einmal vor den Frauen: diesmal standen die androgynen "Teddy Girls" der 1950-er Jahre Patin für die Dior-Kollektion. Die Models liefen im Musée Rodin in karierten Hosen und spitzen Schuhen durch das von Tomaso Binga designte Set. An den Wänden war ein Foto-Alphabet an nackten Frauen angebracht. Auch ein Logo-Shirt ging sich für den kommenden Herbst aus, diesmal: Robin Morgans Buchtitel "Sisterhood is Global" oder "Sisterhood is Powerful".

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Dior

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Dior

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Designchefin Maria Grazia Chiuri nach der Dior-Show

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Marine Serre

Spätestens seit dem Gewinn des Nachwuchspreises von LVMH gehört Marine Serre, die ihre Mode aus upgecycelten Materialien fertigt, zur neuen Garde der französischen Designer.

Ihre Kollektion, bestehend aus Ledermänteln, wattierten Jacken, Ganzkörperanzügen mit Halbmond-Muster und karierten Business-Kostümen, zeigte sie in einem grün beleuchteten Tunnel – die Apokalypse ist nah!

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Jacquemus

Seinem Ruf als "kleiner Karl Lagerfeld" wurde Simon Porte Jacquemus wieder einmal gerecht: Der Designer mit dem ausgeprägten Show-Talent ließ für seine Show eine bonbonbunte Dorfkulisse errichten. Sie sah aus als sei sie aus dem Film "Les Demoiselles de Rochefort" entsprungen. Der "Place Jacquemus" entwickelte sich zum Social Media-Hit auf Instagram. Liebstes Motiv: die faustgroßen Minihandtaschen.

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Jacquemus

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Lanvin

Vor genau einem Jahr hat der Mischkonzern Fosun das französische Label Lanvin übernommen, zur Ruhe kommt das Modehaus seither nicht. Kreativchef Olivier Lapidus warf nach zwei Kollektionen das Handtuch, nun soll es Bruno Sialelli richten.

Der bislang weitestgehend unbekannte Designer, der zuletzt die Herrenkollektionen für Loewe entwarf, war Ende Jänner als neuer Designchef verkündet worden. Seiner ersten, von Streetwear-Elementen beeinflussten Kollektion sah man an seine Erfahrungen bei Balenciaga und Acne an.

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Lanvin

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Mugler

Der amerikanische Designer Casey Cadwallader hat im Frühjahr letzten Jahres seinen Job beim französischen Modehaus Mugler angetreten. In Paris zeigte er nun seine zweite Kollektion, Kleider mit gerafften Einsätzen, ärmellose Minikleider, Overknee-Stiefel. Seinen Models wickelte er Satinbänder mit Schmuckstücken um die Hälse.

Die Muster seiner Entwürfe? Basierten auf Murano-Glas und italienischen Terrazzo-Böden. Cadwallader machte schon einmal Lust auf die Ausstellung "Thierry Mugler: Couturissime", die am 2. März in Québec eröffnet wird.

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Mugler

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Dries Van Noten

Dries Van Noten hat schon in vielen Kollektionen die Blumenkarte gezogen, diesmal ließ er sich von Gertrude Steins Zitat "Rose is a rose is a rose is a rose." inspirieren. Der Belgier ließ für seine Blumenprints auf Chiffonkleidern und Steppmänteln Rosen und Fackellilien aus dem eigenen Garten fotografieren, ihm gehe es dabei darum, das Unperfekte zu zeigen, erklärte der Modedesigner.

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Dries Van Noten

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Dries Van Noten

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Isabel Marant

Großzügig geschnittene Trenchcoats, Overalls, asymmetrisch geraffte Röcke, Pumphosen in Overknee-Stiefeln und Keulenärmel – wenn eine Pariser Modedesignerin derzeit die Sexyness der 1980-er Jahre zelebriert, dann ist das die Französin Isabel Marant.


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Isabel Marant

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Off-White

Off White-Designer Virgil Abloh ließ sich von der amerikanischen Motorsport-Kultur, genauer dem Rockford Speedway seiner Heimatstadt Rockway inspirieren. Nicht das Thema Sport (erst im Jänner hat der Designer eine Kollaboration mit Nike herausgebracht), sondern der männlich dominierte Nischensport interessiere ihn, gab Abloh an.

Und ließ Karlie Kloss und die Hadid-Schwestern über ein gelb-graues Schachbrettmuster marschieren. Unter den Entwürfen: Hosenanzüge in Leder, bodenlange Kleider, Steppjacken und silbrig schimmernde Mantelkleider.

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Off-White

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Balmain

Der Balmain-Designer Olivier Rousteing setzt mit seiner Herbstkollektion da an, wo die Kampagne für das Frühjahr aufhört: Model Cara Delevingne wirbt derzeit splitterfasernackt für das französische Modehaus. Im Herbst tritt Rousteings #Balmainarmy nun in schwarzen Lack- und Nietenkleidern oder fliederfarbenen Blusen auf die Straße. Dazu aufgesetzt: Schiebermützen.

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Balmain

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