"Menschliches Uber" mit iPad vor Gesicht macht Rausgehen unnötig

    27. Februar 2019, 11:50
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    Von Sony-Entwickler erfundene "Chameleon Mask" ermöglicht es, andere Menschen als humanoide Telepräsenz-Roboter einzusetzen

    Kaum jemand freut sich auf die Erledigung des wöchentlichen Einkaufs oder den Besuch von weit entfernten Events von mäßigem Spannungsgehalt. Eine potenzielle Lösung, die es ermöglicht, die eigenen vier Wände fast nie mehr verlassen zu müssen, kommt nun aus Japan, schreibt Vice.

    Der hauptamtlich bei Sony tätige Forscher Jun Rekimoto hat ein Gerät namen "Chameleon Mask" entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Art VR-Brille mit darauf montiertem iPad, die von einer Person getragen wird. Auf dem Tablet-Display zu sehen ist, wie bei einem Telepräsenzroboter, das Gesicht des jeweiligen Auftraggebers, als dessen "Stellvertreter" der Träger der "Maske" fungiert. Wie dieser selbst seine Außenwelt sieht, ist unklar. Naheliegend wäre, dass er über die Frontkamera einen Eindruck seiner Umgebung erhält.

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    Zwei Kommunikationskanäle

    Das vom Erfinder auch als "menschliches Uber" bezeichnete System soll laut Rekimoto "erstaunlich natürlich" funktionieren. Die Kommunikation wird über zwei Kanäle abgewickelt. Über einen privaten Kanal kann der Auftraggeber seinem Stellvertreter Anweisungen geben, über den öffentlichen Kanal selbst über das Tablet mit anderen reden.

    Dazu lassen sich auch auszuführende Handbewegungen im Sichtfeld der eigenen Vertretung einblenden. Im Vergleich mit einem klassischen Telepräsenzroboter fallen durch den menschlichen Ersatz zahlreiche Limitationen weg.

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    Amtswege und Oma-Besuche

    Als Einsatzbeispele nennt man etwa die Erledigung von Amtswegen oder den Besuch bei einer weit entfernt wohnenden Großmutter, mit der man sich so dennoch "persönlich" unterhalten könne.

    Im Moment ist die Chameleon Mask ein reines Experiment. In zwei Feldversuchen soll die Akzeptanz der Vertretung jedenfalls bereits gegeben gewesen sein. Ob und wann vielleicht ein kommerzieller Service wird, bleibt abzuwarten und ist nach derzeitigem Stand jedenfalls nicht auszuschließen. (red, 27.02.2019)

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      foto: jin rekimoto
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