Filialschließungen bescherten Sports Direct Austria Minigewinn

    26. Februar 2019, 13:50
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    Zum zweiten Mal seit der Übernahme von Sport Eybl hat die Österreichtochter des britischen Konzerns schwarze Zahlen geschrieben

    Wien – Weitere Filialschließungen und ein kräftiger Mitarbeiterabbau haben der Österreich-Tochter des britischen Diskonters Sports Direct zum zweiten Mal seit der Sport-Eybl-Übernahme im Jahr 2013 einen kleinen Gewinn beschert, wenngleich sich dieser halbierte. Sports Direct schloss im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende April 2018 acht Standorte und verfügte damals noch über 28 Filialen in Österreich.

    Die Mitarbeiterzahl sank damit um mehr als 416 Personen auf 1.053. Zum Vergleich: Unter den alten Eigentümern – der Gründerfamilie Eybl – lag der Personalstand bei 2.161 Mitarbeitern im Jahr 2012. Ende 2018 sperrte Sports Direct seine Filiale im Wiener Kaufhaus Gerngross zu und reduzierte damit sein Filialnetz auf 26 Standorte – von einst 50 Stück. Intersport und der seit 2017 in Österreich aktive norwegische Händler XXL Sport sicherten sich bereits zahlreiche Sports-Direct-Standorte. Intersport wäre an weiteren Filialen interessiert.

    Umsatz schrumpfte um 20 Prozent

    Der Jahresgewinn von Sports Direct Austria lag 2017/18 bei 323.000 Euro, nach einem Gewinn von 682.000 im Jahr davor. Der Umsatz ging aufgrund der Filialschließungen um ein Fünftel auf 105 Mio. Euro zurück. Der Sporthändler wies zum Stichtag ein negatives Eigenkapital von 116,9 Mio. Euro aus. Die Österreich-Tochter kann aber auf die finanzielle Unterstützung ihrer britischen Mutter zählen. "Eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechtes liegt nicht vor", heißt es im Jahresabschluss.

    Die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen würden weiter fortgeführt, um die Profitabilität zu steigern und eine laufende Liquidität zu erhalten, schreibt die Geschäftsführung. Außerdem habe die britische Mutter bestätigt, "dass derzeit beabsichtigt ist die Unterstützung der SPORTSDIRECT.COM Austria GmbH auch über den 30.04.2020 hinaus aufrecht zu erhalten".

    Der Österreich-Einstieg ist für den britischen Diskonter Sports Direct ein finanzielles Debakel: Der Bilanzverlust der Österreich-Tochter summierte sich bisher auf 125 Mio. Euro. Sport Eybl war bis zum Verkauf an Sports Direct als Premium-Sporthändler und Marktführer in Österreich unterwegs, im Geschäftsjahr 2010/11 lag der Umsatz von Sport Eybl/Sports Experts noch bei knapp 338 Mio. Euro, seitdem ging es umsatzmäßig steil bergab.

    Marktführerschaft ging verloren

    Die Marktführerschaft ging durch die starken Umsatzrückgänge in den vergangenen Jahren verloren. Intersport, Sport 2000, Hervis und kleine Fachhändler sicherten sich Marktanteile. Marktführer in Österreich ist nun Intersport mit einem geschätzten Marktanteil von 33 Prozent. Sport 2000/Gigasport kamen zuletzt auf 31 Prozent, Hervis 20 Prozent und Sports Direct nur mehr auf 8 Prozent.

    Der österreichische Sporthandel ist auch durch neue Marktteilnehmer in Bewegung. "Die Konkurrenzsituation wird sich durch den Markteintritt weiterer Mitbewerber XXLSports (August 2017) und Decathlon (Sommer 2018) weiter verschärfen", schreibt Sports Direct im Jahresabschluss. Der britische Sporthändler reduzierte im abgelaufenen Geschäftsjahr in Österreich den Eigenmarkenanteil und nahm mehr Markenhersteller ins Programm.

    Die Optimierung der Sortimente auf Basis der lokalen Anforderungen habe "bereits Umsatzzuwächse im Vergleich zum Vorjahr" gebracht. "Diese Entwicklung stimmt uns optimistisch und wir werden den Schwerpunkt auch weiterhin auf die Sortimentsoptimierung legen", zeigte sich der Sporthändler zuversichtlich. (APA, 26.2.2019)

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