"Iktsuarpok" vor dem "Fika"

    26. Februar 2019, 11:39
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    Was uns mit einem Universalübersetzer verloren ginge

    Wenn wir keine Fremdsprachen mehr lernen, hören oder übersetzen müssen, mag das bequem sein. Aber wir werden dadurch auch aufhören, in fremde Lebenswelten einzutauchen und über Denkkonzepte jenseits unserer eigenen nachzudenken. Und das wäre doch sehr schade etwa um sprachliche Eigenheiten wie diese:

    • Kummerspeck, Warmduscher, Kabelsalat. Das sind Wortkreationen, die es in das Buch Lost in Translation: Unübersetzbare Wörter aus der ganzen Welt geschafft haben.
    • Waldeinsamkeit: Dank Schauspieler Christoph Waltz weiß nun auch das US-amerikanische Late-Night-Publikum über jenes erhabene Gefühl Bescheid, das sich einstellt, wenn man in aller Stille das Licht und den Duft des Waldes erlebt.
    • Fika: Dient sich aufgrund hoher Ähnlichkeiten zum deutschen Vulgärausdruck als Schenkelpracker an, hat aber wesentlich nettere Bedeutung: Wenn Schweden Fika machen, dann setzen sie sich zum Kaffeetrinken und Kuchenessen zusammen. Es ist allerdings weit mehr als ein Päuschen. Im Büro soll Fika das Kommunikationsklima verbessern, privat kann es sowohl ein Date als auch ein Treffen mit Freunden sein. Beschäftigt man sich mit dem Wort "Fika", erfährt man jede Menge über die Arbeitskultur in Schweden (locker) oder den Kaffeekonsum (oft, viel, stark).
    •  Iktsuarpok: Der Ausdruck bezeichnet in einem kanadischen Inuit-Dialekt den Zustand, den alle Einsamen oder Verliebten dieser Welt nachfühlen können. Es ist der Drang, immer wieder vor die Tür zu gehen, um zu sehen, ob der oder die Erwartete kommt. Wäre es nicht so ein Zungenbrecher, es ginge sofort in unseren Sprachgebrauch über. (Olivera Stajić, 26.2.2019)
    • In Schweden trinkt man den Kaffee nicht gerne alleine.
      foto: apa/dpa-zentralbild/jens kalaene

      In Schweden trinkt man den Kaffee nicht gerne alleine.

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