"Devotion": Harmloser Scherz in Horrorspiel hat für Studio riesige Konsequenzen

    26. Februar 2019, 09:57
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    Chinas Präsident mit Winnie Pooh verglichen – große Aufregung, Weibo-Account gelöscht und Geschäftsbeziehungen beendet

    Die vergangenen Tage der taiwanesischen Spieleschmiede Red Candle Games sind nicht gerade ruhig verlaufen. Das Studio veröffentlichte ihr zweites First-Person-Horror-Spiel Devotion, das von Steam-Usern anfangs äußerst positiv aufgenommen wurde. Allerdings wurde das Spiel in weiterer Folge plötzlich von einer Welle an negativen Rezensionen aus China bombardiert. Im Spiel fand sich nämlich ein spottender Verweis auf den chinesischen Präsidenten Xi Jinping, in dem er mit Winnie Pooh verglichen wurde.

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    Mehrmals entschuldigt

    Das Studio reagierte prompt mit einer Entschuldigung, um die aufgeregten Gemüter zu beruhigen. Die Aufregung setzte sich allerdings fort, weshalb die taiwanesische Spieleschmiede in weiterer Folge ein längeres Statement veröffentlichte, in dem von einem "schrecklich unprofessionellen Fehler" die Rede war. "Wir wollten nie insgeheim eine gewisse Ideologie unterstützen, noch eine Person angreifen", betonte das Studio in der Aussendung.

    max horror

    Geschäftsbeziehungen beendet

    Neben der Bombardierung mit schlechten Bewertungen muss sich das Studio nun aber auch mit weiteren Konsequenzen auseinandersetzen. So wurde der Weibo-Account der Spieleschmiede gelöscht, was im Grunde das chinesische Facebook ist. Ferner beendeten die chinesischen Publisher Winking Entertainment und Indievent die Zusammenarbeit mit dem Studio – was natürlich auch starke finanzielle Einschnitte mit sich bringt.

    foto: screenshot/gamestandard

    Spiel kurzerhand von Steam genommen

    Unter dem großen Druck hat sich das Studio nun dazu entschieden, Devotion von Steam zu entfernen. Unterdessen wird auch das erste Spiel von Usern mit negativen Bewertungen überhäuft. In einer Aussendung sagte Red Candle Games, dass man das Spiel aufgrund technischer Probleme von Steam entfernt hatte, um noch eine Qualitätssicherung durchzuführen. Zudem soll auch das Spiel dahingehend untersucht werden, dass nicht weiteres Material unabsichtlich ins Spiel integriert wurde. "Hoffentlich hilft das, den Fokus erneut auf das Game zu setzen", schreibt die Firma zuletzt. (red, 26.2.2019)

    • Dieses Poster hat Red Candle Games in Teufels Küche gebracht.
      foto: "devotion"

      Dieses Poster hat Red Candle Games in Teufels Küche gebracht.

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