Bauchentscheidungen

    Userkommentar25. Februar 2019, 18:44
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    Kommentare der STANDARD-User zu "Wem gehört mein Bauch?"

    Inklusive Debatte

    Ich habe (...) mit mir gerungen, ob ich etwas zum Thread beitragen möchte. Da ich aber das Gefühl habe, es werde nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch hier nur über uns, statt mit uns gesprochen, habe ich mich schlussendlich dafür entschieden. (...)

    Ich bin froh, dass ich mein Kind habe. Es ist ein wunderbares Kerlchen, wissbegierig, interessiert und eine große Bereicherung. Aber die Umstände machen es alles andere als einfach. (...)

    Seit der Geburt sah ich mich mit Mobbing durch andere Eltern konfrontiert: Bei Kursen wurde ich nicht gegrüßt und generell ignoriert, Türen wurden nicht aufgehalten (...). (Ich bin selbst behindert, man sieht die Beeinträchtigung.) Bei einem Babymassagekurs erdreistete sich eine Mutter, angeblich Heeresärztin, mir sinngemäß ins Gesicht zu sagen: "Kein Wunder, dass der Zwuck behindert ist! Darum kriegt man mit Behinderung auch keine Kinder!" Sämtliche Hinweise, dass mein Kind eine ganz andere Beeinträchtigung als ich sein Eigen nennt und meine im Übrigen nicht vererbbar sei, blieben ungehört. (Posterin "Maslowa")

    ... über das Gesamtpaket

    Mein Bauch, meine Entscheidung, und mein Wort ist in dem Fall Gesetz. Ende der Diskussion. Jede Frau kann nur für sich entscheiden, mit was und wie sie leben kann, gegebenenfalls zusammen mit dem Kindsvater – keine Institution hat das Recht, sich in diese privateste aller Entscheidungen einzumischen. Was ich zusätzlich, zur jetzigen Regelung, die meiner Meinung nach gut ist, begrüßenswert fände, wäre das Gesamtpaket, von "Leistbarkeit", sprich finanzieller Unterstützung, bis Kinderbetreuung, vom Kindergarten bis zur Schule etc., verstärkt zu thematisieren. (Posterin "Sugar")

    ... und mangelnde Unterstützung

    Hier will eine konservative Truppe, die die Rolle der Frau im Bild der aufopfernden Mutter sieht, Frauen zwingen, Menschen mit Behinderungen zu gebären und damit ihr eigenes eigenständiges Leben aufzugeben. Und genau die gleichen konservativen Kreise wettern gegen Inklusion (weil es der Bildung der eigenen Kinder schade), gegen Ganztagsbetreuung, verhindern ausreichend Unterstützung, nicht einmal notwendige Maßnahmen wie Therapie, Kinderkrankenpflege, Hilfsmittel wie Schienen und Rollstühle werden ausreichend finanziert. (Poster "Geggi", 25.2.2019)

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