Israel nahm ranghohen palästinensischen Würdenträger zeitweise fest

    24. Februar 2019, 18:56
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    Jordanien warnt vor "Spiel mit dem Feuer"

    Jerusalem – Die israelische Polizei hat am Sonntag einen ranghohen palästinensischen Würdenträger festgenommen, der für die Verwaltung der Stätten auf dem für Juden und Muslime heiligen Tempelberg in Jerusalem zuständig ist. Der Vorsitzende der Frommen Stiftung (Wakf), Abdel Aseem Salhab, habe ein Zutrittsverbot für einen bestimmten Bereich des Tempelbergs missachtet. Später kam Salhab wieder frei.

    Der Vorstand der Stiftung verurteilte "die Attacken der Besatzungskräfte gegenüber religiösen und nationalen Institutionen in der Heiligen Stadt Jerusalem". Er kritisierte die Festnahme des Vorsitzenden sowie weiterer führender Vertreter sowie Mitarbeiter der Stiftung in Jerusalem. Der Anwalt Salhabs sagte AFP, seinem Mandanten sei verboten worden, in den kommenden sieben Tagen den Tempelberg zu betreten.

    Jordanien warnt vor "Spiel mit dem Feuer"

    Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, auch Salhabs Stellvertreter Nadshih Bakira sei von der israelischen Polizei festgenommen worden, was diese aber nicht bestätigte. Ein AFP-Fotograf sah am Abend, wie beide Männer ein Polizeigebäude in Jerusalem verließen.

    Die Festnahme Salhabs wurde von Jordanien verurteilt, das als Hüter der heiligen muslimischen Stätten in Jerusalem auch die Leitung der Stiftung innehat. Der jordanische Religionsminister Abdul Nasser Abu al-Basal erklärte, mit den Verhaftungen betreibe Israel "ein Spiel mit dem Feuer". Das Außenministerium in Amman kündigte eine offizielle Protestnote an.

    In den vergangenen Tagen hatte es rund um den Tempelberg Spannungen gegeben. In der Nacht auf Freitag nahm die israelische Polizei rund 60 Palästinenser fest; einige von ihnen wurden inzwischen mit der Auflage freigelassen, sich dem Tempelberg vorerst nicht nähern zu dürfen.

    Der Tempelberg ist regelmäßig Auslöser für gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern. Das Judentum verehrt die Stätte mit der Klagemauer als ihren allerheiligsten Ort, für Muslime ist der Ort mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom die drittheiligste Stätte.

    Im israelisch-jordanischen Friedensvertrag von 1994 wurde die besondere Rolle des jordanischen Königshauses als Hüter der heiligen muslimischen Stätten in Jerusalem bekräftigt. (APA, 24.2.2019)

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