Rapids Sensation gegen Salzburg

Video24. Februar 2019, 18:51
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In der 19. Runde hat Red Bull Salzburg zum ersten Mal verloren. Rapid siegte daheim 2:0. Der Ausschluss von Ramalho und die Tore von Berisha und Schwab waren entscheidend

der standard
In einer ersten Blitzanalyse zum Spiel erklärt DER STANDARD, weshalb die Liga durch den Sieg von Rapid noch spannender wird

Marco Rose zählt zu den absolut Seriösen der Trainerzunft, der Deutsche kennt sich im Fußball aus, ist kein Dampfplauderer. Der Coach von Meister Red Bull Salzburg meinte vor dem Spiel gegen Rapid überhaupt nicht ironisch, dass beide Vereine "hohe Ansprüche haben". Was er natürlich nicht gesagt und nicht einmal gedacht hat: "Im Gegensatz zu Rapid erfüllen wir sie." Und so war es auch keine Verhöhnung, dass er am Sonntagnachmittag Munas Dabbur und Smail Prevljak auf die Bank gesetzt hat.

Die beiden führen die Schützenliste an (je neun) und haben in der laufenden Saison mehr Treffer als der gesamte Rapid-Kader erzielt. Aberwitzige könnten einwenden, dies sei wirklich keine Kunst. Roses Angebot ist größer als die Nachfrage, also stürmten Patson Daka, der beim 4:0 gegen Brügge zweimal netzte, und Takumi Minamino.

Der Schalter

Bisher hatte Rapid vergeblich versucht, im Alltag das "Europagesicht" zu zeigen, seit dem 0:4 bei Inter Mailand hat sich das erledigt, es wäre keine gute Idee gewesen, so dreinzuschauen. Also sprach Kapitän Stefan Schwab: "Wir müssen den Schalter umlegen. Am Papier spricht alles für Salzburg, darin liegt unsere Chance." In der Statistik lag sie nicht, Salzburg hatte die 13 vergangenen Duelle nicht verloren. Trainer Dietmar Kühbauer rochierte, im Vergleich zur Inter-Partie gab es fünf Veränderungen, Stephan Auer, Schwab, Philipp Schobesberger, Veton Berisha und Manuel Martic rückten in die Startformation.

Rapid begann vor 19.400 Zuschauern im Allianz Stadion durchaus ambitioniert, suchte und fand Zweikämpfe, lauerte auf Konter, die fern jeglicher Perfektion ausgeführt wurden. Bis zu Minute 22: Berisha scheitert an Goalie Cican Stankovic. Salzburg wurde einige Male halbgefährlich, hatte mehr Ballbesitz. Eine totale Dominanz war nicht auszumachen, eine spielerische Überlegenheit schon. Halbzeitstand 0:0, Teilerfolg für Rapid.

Der Vogel

In der 54. Minute wurden die Chancen der Gastgeber erhöht. Nach einer Rangelei zeigte der bereits verwarnte Andre Ramalho Schiedsrichter Robert Schörgenhofer den Vogel, worauf dieser den Salzburger mit der Gelb-Roten Karte bestrafte, ein Fall von ausgleichender Gerechtigkeit. Und Rapid nützte die Überzahl schamlos aus, legte den Schalter um. 65. Minute: Maßflanke von Boli Bolingoli, Berisha köpfelt das 1:0. 81. Minute: Schwabs präziser Schuss bedeutet das umjubelte 2:0.

foto: apa/pfarrhofer
Berisha sorgte für den ersten Treffer.

Rapid schöpft wieder Hoffnung, bleibt zwar Achter, der Rückstand auf Platz sechs (Austria!), der zur Teilnahme am Meisterplayoff berechtigt, beträgt nur mehr vier Zähler. Drei Runden stehen im Grunddurchgang aus. Für Salzburg war es auf nationaler Ebene die allererste Saisonniederlage. Schwab sagte: "Wir leben noch." (Text: Christian Hackl, Video: Martin Schauhuber, Andreas Müller, 24.2.2019)

Ergebnis:

SK Rapid Wien – Red Bull Salzburg 2:0 (0:0)
Wien, Allianz Stadion, 19.400, SR Schörgenhofer

Tore:
1:0 (65.) V. Berisha
2:0 (81.) Schwab

Rapid: Strebinger – Auer, Hofmann, Sonnleitner, Bolingoli – Martic (61. D. Ljubicic), Schwab – V. Berisha, Knasmüllner, Schobesberger (66. Ivan) – Pavlovic (85. Badji)

Salzburg: Stankovic – Lainer, Ramalho, Onguene, Ulmer – X. Schlager, Samassekou, Wolf, Mwepu (57. Vallci) – Daka (82. Prevljak), Minamino (77. Haaland)

Gelb-Rot: Ramalho (54./Foul, Schiedsrichterkritik)

Gelbe Karten: Hofmann, Martic, Auer, Schwab bzw. keine

Das Bundesliga-Wochenende:

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Stimmen:

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Es war ein sehr wichtiger Sieg. Man hat genau gewusst, was am Spiel gestanden ist – hätten wir verloren, wäre es mit dem oberen Play-off definitiv zu Ende gewesen. Man hat zwei Teams gesehen, die alles versucht haben, um Tore erzielen. Salzburg hatte die feinere klinge, wir haben sehr viel Herz reingelegt. Mit dem Ausschluss von Ramalho ist das Spiel auf unsere Seite gekippt. Man hat aber gesehen, dass Salzburg riesige Qualität hat, deswegen freut es mich für meine Mannschaft umso mehr, dass wir dieses Team geschlagen haben. So eine Mannschaft zu schlagen ist enorm wichtig, das sollte uns für die nächsten Spiele viel Kraft geben."

Stefan Schwab (Rapid-Kapitän): "Das war sicher ein Lebenszeichen, dass die Gegner noch mit uns rechnen müssen. Wir hoffen, dass uns dieses Ergebnis Aufschwung gibt, müssen aber am Boden bleiben. Wenn wir aus den letzten drei Spielen das Punktemaximum holen, ist sicher noch etwas drin."

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Das war eine bittere Niederlage, weil unnötig. Wir hatten das Spiel bis zum Platzverweis gut im Griff, das einzige Thema in der ersten Hälfte war, dass wir phasenweise zu unsauber mit dem Ball waren und Rapid dadurch zu Kontern eingeladen haben. In der zweiten Hälfte ist Rapid durch ein, zwei Defensivpatzer besser ins Spiel gekommen, dann kam die Rote Karte, und das war der Knackpunkt. Es war sehr schwierig, in Unterzahl am Gaspedal zu bleiben. Die Jungs haben aber alles probiert, hatten noch Möglichkeiten. Die Niederlage wird uns nicht umwerfen, sie wird unsere Sinne schärfen. Bei der Roten Karte gibt es auch die Möglichkeit, darüber zu kommunizieren, aber es gibt auch ein Regelwerk, das Dinge vorschreibt. Fakt ist, dass Andre jetzt weiß, dass er so etwas in Österreich nicht machen sollte. Das hat uns geschadet und ist nicht gut."

Andre Ramalho (Salzburg-Spieler/mit Gelb-Rot ausgeschlossen): "Mein Ausschluss war spielentscheidend. Aus meiner Sicht war die Geste nicht so schlimm, sie war aber auch nicht clever. Ich habe damit nicht gemeint, dass der Schiedsrichter eine schlechte Person ist, sondern habe die Geste intuitiv gemacht. Nach dem Spiel habe ich mich beim Schiedsrichter entschuldigt."

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