Rapid mit Rücken zur Wand, Salzburg mit Rückenwind

22. Februar 2019, 19:13
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Für Wiener zählen im Kampf um Meisterrunde nur noch Siege – Bullen gegen Rapid 13 Pflichtspiele ungeschlagen und entsprechend gelassen

Live-Ticker: Rapid Wien vs. Red Bull Salzburg, So. 17 Uhr

Rapid steht vor dem Start in die Frühjahrssaison der Fußball-Bundesliga im Kampf um die Top sechs mit dem Rücken zur Wand. Am Sonntag (17.00 Uhr) müssen die Hütteldorfer ausgerechnet gegen den überlegenen Tabellenführer Red Bull Salzburg Teil eins einer Siegesserie schaffen. Die Vorzeichen könnten nach den Auftritten der beiden Teams am Donnerstag in der Europa League unterschiedlicher nicht sein.

Während die Wiener in Mailand bei Inter 0:4 untergingen, geigten die "Bullen" beim 4:0 gegen Club Brügge groß auf und zogen ins Achtelfinale der Europa League ein. "Salzburg hat genau das gemacht, was uns auf die andere Art und Weise passiert ist. Salzburg hat schnell geführt, dann kriegst du eine gewisse Sicherheit und sie haben auch eine sehr gute Qualität", sagte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer.

International haben die "Bullen" vor allem auch aufgrund des grandiosen Vorjahres, in dem erst im EL-Halbfinale Endstation war, deutlich mehr Erfahrung. "Sie haben es letztes Jahr in der Europa League gut gemacht und auch jetzt wieder. Trotzdem ist es in der Liga so, dass wir sie am Sonntag schlagen wollen", schilderte der 47-Jährige. Dies ist diese Saison national noch keinem Team gelungen.

Kühbauer hofft auf guten Tag

Der Titelverteidiger hält in der Liga bei 15 Siegen und drei Remis, Rapid nach einem verkorksten Herbst als Achter bei je fünf Siegen und Unentschieden sowie acht Niederlagen. "Salzburg ist die Mannschaft, die jeder schlagen will. Wir haben eine Mannschaft, die das kann, wenn wir einen guten Tag haben", verlautete Kühbauer.

Der Burgenländer bekommt es erstmals als Rapid-Trainer mit Salzburg zu tun. "Es ist eine schwere, aber auch schöne Aufgabe", betonte Kühbauer. Seine Elf müsse im Prinzip genauso agieren, wie man in Mailand zum Erfolg kommen hätte wollen. "Wir müssen Salzburg genauso wie Inter bekämpfen. Wenn man da nicht kompakt steht und mutig ist, wird man auch da nichts gewinnen, weil sie sehr gute Fußballer haben", wusste der Rapid-Coach.

Der letzte Rapid-Sieg im direkten Duell liegt lange zurück. Seit dem 2:1 in Salzburg am 1. August 2015 holten die Rapidler in der Liga nur drei Remis bei gleich neun Niederlagen. Darunter war auch jene im Herbst mit 1:2 in der Mozartstadt. "Auch wenn es blöd klingt, die letzten Spiele gegen Salzburg waren eng, wir waren dran. Es ist daher sicher nicht so, dass wir Angst haben müssen", bekräftigte Kapitän Stefan Schwab.

Schalter umlegen

Daran habe sich auch durch die Auftritte am Donnerstag nichts geändert. "Natürlich hat Salzburg ein überragendes Spiel gezeigt und nimmt sicher mehr von der Partie mit als wir aus Mailand. Es wäre aber der falsche Weg, dass wir uns jetzt verkriechen. Wir müssen die Europacup-Story sofort aus den Köpfen streichen und den Schalter umlegen", gab Schwab die Marschroute vor.

Bis zur Liga- und Punkteteilung nach der 22. Runde muss Rapid alle Partien gewinnen, um die Minimal-Chance auf das obere Play-off zu wahren. "Im Grunde wissen wir, dass sehr viel an dem Salzburg-Spiel hängt. Wenn wir im Kampf um die Meisterrunde ein Wörtchen mitreden wollen, brauchen wir drei Punkte", wusste Schwab. Es wäre eine große Überraschung, zumal die Rollen klarer als in früheren Jahren verteilt sind. "Am Papier spricht alles für Salzburg, darin liegt aber unsere Chance", meinte Schwab.

Man werde vor wohl mehr als 20.000 Zuschauern alles reinlegen. "Wir müssen die Köpfe hochnehmen, viel laufen, aggressiv und lästig sein", gab Schwab als Devise aus. Zuversichtlich stimmte den Salzburger, dass man im noch jungen Frühjahr gezeigt habe, dass man zu Hause besser sei als auswärts. Das 0:1 gegen Inter war knapp, der 5:2-Sieg im Cup-Viertelfinale gegen Hartberg souverän.

Gegen Salzburg steht Kühbauer auch eine zusätzliche Option zur Verfügung. Die Spielgenehmigung für Stürmer Aliou Badji ist am Freitag eingetroffen, der zu Transferschluss aus Schweden geholte Senegalese ist somit erstmals für Rapid einsatzberechtigt. Für einen Einsatz von Beginn an ist Badji laut Kühbauer noch kein Thema, der 1,89-Meter-Mann könnte aber als "Joker" sein Debüt geben.

"Spiel bei Rapid immer etwas Spezielles"

Red Bull Salzburg geht nach der 4:0-Gala gegen Club Brügge zuversichtlich in den Schlager bei Rapid. Die Salzburger haben bereits 13 Duelle in Folge mit den Hütteldorfern nicht verloren. Dazu sind sie in ihren 22 Saisonpflichtspielen auf nationaler Ebene ungeschlagen. Der Druck liege aber nicht nur bei Rapid. "Beide Vereine haben hohe Ansprüche", betonte Trainer Marco Rose. "Unsere Tabellenkonstellation ist ein bisschen komfortabler. Aber was wir wissen, ist, dass wir uns nicht ausruhen können. Ein Spiel bei Rapid ist immer etwas Spezielles." Dreimal in Serie haben die Salzburger zuletzt in Hütteldorf gewonnen, achtmal haben sie auswärts gegen Rapid nicht verloren.

Grundsätzlich ist es für die Bullen gegen Rapid zuletzt gut gelaufen. Seit August 2015 sind sie in zwölf Ligaspielen und im Cupfinale von 2017 gegen die Grün-Weißen ohne Niederlage. Die jüngsten vier Duelle wurden gewonnen. In ihrem jüngsten Liga-Auswärtsspiel im Dezember setzte es für die Salzburger bei Schlusslicht Admira aber einen Punkteverlust (2:2).

"Grundsätzlich wollen wir immer alle gewinnen, deswegen spielen wir auf dem Niveau", erklärte Rose, der neben Stürmer Fredrik Gulbrandsen als Folge des Brügge-Spiels wegen Oberschenkelverletzungen auch auf Innenverteidiger Marin Pongracic und Mittelfeld-Routinier Zlatko Junuzovic verzichten muss. Statt Pongracic kehrt der gegen Brügge gesperrte Andre Ramalho ins Team zurück, Doppeltorschütze Patson Daka dürfte in der Startformation bleiben. (APA, red, 22.2.2019)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

SK Rapid Wien – Red Bull Salzburg (Allianz Stadion, Sonntag, 17.00 Uhr, SR Schörgenhofer). Bisheriges Saisonergebnis: 1:2 (a). 2017/18: 2:2 (a), 2:3 (h), 0:1 (a), 1:4 (h)

Rapid: Strebinger – Müldür, Sonnleitner, Hofmann, Bolingoli/Potzmann – Grahovac, Schwab – Berisha, Knasmüllner, Schobesberger – Pavlovic

Ersatz: Knoflach – Auer, Thurnwald, Barac, Martic, Ivan, Alar

Es fehlen: D. Ljubicic (gesperrt), Dibon (Seitenbandeinriss im Knie), Szanto (Aufbautraining)

Fraglich: Badji (offen, ob Arbeitserlaubnis rechtzeitig eintrifft), Bolingoli, Murg (beide angeschlagen)

Salzburg: Stankovic – Lainer, Ramalho, Onguene, Ulmer – Mwepu, Samassekou, Wolf, X. Schlager – Daka, Dabbur

Ersatz: Walke – Farkas, Todorovic, Vallci, Szoboszlai, Minamino, Prevljak, Haaland

Es fehlen: Pongracic, Junuzovic, Gulbrandsen (alle Oberschenkelverletzung), Van der Werff (rekonvaleszent nach Knieverletzung)

  • Am Rasen im Allianz Stadion soll es nicht scheitern.
    foto: apa/hans punz

    Am Rasen im Allianz Stadion soll es nicht scheitern.

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