Orbán holte 300 ungarischstämmige Venezolaner heim

    21. Februar 2019, 16:01
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    Opposition kritisierte "Geheimaktion" – Minister Gulyas: 30 Familien warten noch auf "Heimkehr"

    Budapest – Die ungarische rechtskonservative Regierung von Premier Viktor Orbán hat 300 Flüchtlinge aus Venezuela aufgenommen. Das berichtete das Internetportal "Index.hu" am heutigen Donnerstag. Die Opposition kritisierte diese "Geheimaktion", die bereits im Vorjahr erfolgte. Die Migration werde damit nicht aus Brüssel organisiert, wie Orbán ständig behaupte, sondern aus dem Budapester Sitz des Premiers.

    Die Flüchtlinge seien auf Staatskosten nach Ungarn geflogen worden, wo sie mindestens ein Jahr kostenlos wohnen und an Integrationsprogrammen teilnehmen können. Danach müssen die Betroffenen selbst für ihren Unterhalt sorgen. Die Opposition forderte Aufklärung der Aktion, die mit Steuergeldern finanziert werde.

    Vergünstigtes Einbürgerungsverfahren

    Kanzleramtsminister Gergely Gulyas wies jegliche Vorwürfe zurück. Bei den Betroffenen aus Venezuela handle es sich nicht um Migranten, da sie alle über ungarische Vorfahren verfügten. Die Regierung habe diese Aktion nicht publiziert, da sie noch weitere Familien aus Venezuela nach Ungarn holen wolle. 30 Familien würden in Venezuela noch auf ihre "Heimkehr" nach Ungarn warten, betonte Gulyas laut Ungarischer Nachrichtenagentur MTI. Wer keine ungarischen Vorfahren nachweisen könne, der könne eine ungarische Staatsbürgerschaft mittels eines vergünstigten Einbürgerungsverfahrens erhalten.

    Der Vize-Chef der oppositionellen Demokratischen Koalition (DK) und EU-Abgeordnete Csaba Molnar bezichtigte Gulyas der "Lüge". Die jetzt aufgenommenen Venezolaner seien nie in Ungarn gewesen, sprächen weder Ungarisch, noch würden sie die ungarische Kultur kennen. Molnar forderte: Nach dieser Aktion solle sich die Regierungspartei Fidesz als "einwanderungsfördernde Organisation" registrieren lassen und jene Sondersteuer zahlen, die derart bezeichneten NGOs per Gesetz durch die Orban-Regierung auferlegt worden war. (APA, 21.2.2019)

    • Im VVSI Sport Hotel in Gardony, 60 Kilometer von Budapest, sind Venezolaner untergebracht.
      foto: apa/afp

      Im VVSI Sport Hotel in Gardony, 60 Kilometer von Budapest, sind Venezolaner untergebracht.

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