Nach Asylquartier-Pleite Sanierungsverfahren in Niederösterreich gestartet

    21. Februar 2019, 13:10
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    Gläubiger können bis 19. März Forderungen anmelden

    St. Pölten – Über das Vermögen der insolventen Eder Beteiligungsverwaltungs GmbH, die in Niederösterreich 56 Asylquartiere betreibt, ist am Donnerstag vom Landesgericht St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Die Gläubiger können bis 19. März Forderungen anmelden, teilte der AKV mit. Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Friedrich Nusterer bestellt.

    Die Gläubigerversammlung, Berichtstag- und allgemeine Prüfungstagsatzung findet demnach am 2. April statt. Eine Tagsatzung zum Sanierungsplan sowie die nachträgliche Prüfungs- und Schlussrechnungstagsatzung folgen am 14. Mai.

    Laut Alpenländischem Kreditorenverband und der Kreditschutzverband von 1870 machen 162 Gläubiger Forderungen von rund 5,7 Millionen Euro geltend. Firmenangaben zufolge stehen dem 4,2 Millionen Euro an Vermögen gegenüber.

    140 Mitarbeiter zu besten Zeiten

    Das Unternehmen hatte zwischenzeitlich bis zu 140 Mitarbeiter, derzeit sind es aufgrund von Liquiditätsproblemen nur mehr 38, geht aus den AKV-Unterlagen hervor. Laut KSV baute die Eder Beteiligungsverwaltung ab 2015 Containerdörfer für die Unterbringung von Asylwerbern und musste Quartiere anmieten, um die Verträge mit dem Land Niederösterreich erfüllen zu können. "Nachdem sich herausstellte, dass Asylwerber im Containerdorf nicht mehr untergebracht wurden, waren die in diese Dörfer getätigten Investitionen verloren. Es kam zu einem Verlust von 2.000 Betreuungen von Asylwerbern", so der KSV.

    Das Ziel des Unternehmens ist eine Fortführung mit weniger Standorten nach einer Entschuldung. Derzeit werden acht Asylquartiere im Mostviertel, acht in Lilienfeld-Traisen, zwei in Stockerau, drei in Niederösterreich Süd und 35 im Waldviertel betrieben.

    Derzeit insgesamt 420 Asylquartiere in Niederösterreich

    Im Büro des für des für Asylwesen zuständigen Landesrats Gottfried Waldhäusl (FPÖ) wird davon ausgegangen, "dass die Quartiere vorerst weitergeführt werden. Ansonsten werden die betroffenen Fremden in geeignete Quartiere verlegt." Darüber müsse "zuerst ein Gespräch mit dem Masseverwalter geführt werden".

    In Niederösterreich gibt es laut Waldhäusls Büro aktuell etwa 420 organisierte Asylquartiere, in denen rund 2.900 Flüchtlinge untergebracht seien. In der Grundversorgung befänden sich aktuell 5.150 Personen. (APA, 21.2.2019)

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