ORF-Doku "Die Unbeugsamen": Warum es sich lohnt zu kämpfen

21. Februar 2019, 09:59
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In "Universum History" rekonstruiert Beate Thalberg den Kampf dreier Frauen für eine gerechte Welt – am Donnerstag um 21.05 Uhr auf ORF 2

In ihrem Buch Jugend einer Arbeiterin schreibt die Journalistin Adelheid Popp 1909: "Als Fabrikarbeiterin atmest du 16 Stunden lang sechs Tage giftige Dämpfe ein, holst dir die Gicht, weil du den ganzen Tag im Wasser stehst, du verätzt dir die Augen mit Säure. Dass der Vorarbeiter dich durchgehend zu mehr Akkord anschreit, hörst du schon gar nicht mehr." Popp schreibt anonym, das Buch macht trotzdem in der Arbeiterbewegung die Runde.

Für Selbstbestimmung, fairen Lohn und Wahlrecht

Nicht minder direkt geht die Leipzigerin Clara Zetkin ans Werk. Von Verhaftung bedroht, flieht sie 1880 nach Paris. Später wird sie Kommunistin werden und das Übel der Frauenunterdrückung im Kapitalismus sehen. Die bürgerliche Hildegard Burjan schaffte es in den Wiener Gemeinderat, trat für Mindestlöhne und Wöchnerinnenhilfe ein und gründete die Caritas Socialis. Universum History: Die Unbeugsamen zeigt am Donnerstag um 21.05 Uhr auf ORF 2 im Rahmen des Schwerpunkts 100 Jahre Frauenwahlrecht den Kampf dreier Frauen für eine gerechte Welt. Alle drei vereint ihre Überzeugung, dass es sich lohnt, für Selbstbestimmung, fairen Lohn und Wahlrecht bedingungslos einzutreten.

Beate Thalberg lässt Historikerinnen und Historiker zu Wort kommen und macht die Geschichten lebendig. Das gelingt mit einer spannenden Technik, mit der die Darstellerinnen – Katharina Haudum als Popp, Anna Brüggemann als Zetkin und Marie-Luise Stockinger als Burjan – in Archivfilme eingebunden werden. Um 22.30 Uhr folgt ZiB 2 History über den noch nicht zu Ende gegangenen Weg vom Frauenwahlrecht zur Gleichberechtigung, dazu Interviews mit ÖVP-Politikerin Maria Rauch-Kallat und Feministin Edit Schlaffer. (Doris Priesching, 21.2.2019)

  • Anna Brüggemann als Clara Zetkin.
    foto: orf

    Anna Brüggemann als Clara Zetkin.

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