Galaxy Fold: Samsungs faltbares Handy kostet 2.000 Euro

    21. Februar 2019, 07:54
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    Soll bereits Anfang Mai in Europa in den Verkauf gehen – 7,3-Zoll-Bildschirm innen, 4,6-Zoll-Display außen

    Angesichts dessen, dass im Vorfeld bereits praktisch alle Details zur S10-Reihe von Samsung durchgesickert waren, fokussierte das Interesse der IT-Presse zuletzt auf eine andere Frage: Wird der südkoreanische Hardwarehersteller mehr als nur einen Prototyp seines vieldiskutierten faltbaren Smartphones vorzeigen? Die Antwort darauf ist eindeutig: Das tut er.

    Galaxy Fold

    Unter dem Namen Galaxy Fold hat Samsung bei einem Presseevent am Mittwochabend nicht nur sein erstes faltbares Smartphone vorgestellt, sondern auch gleich einen Launch-Termin genannt. Bereits im zweiten Quartal 2019 soll das neue Gerät in den Verkauf gehen.

    samsung
    Ein Smartphone, das im Inneren ein Tablet ist: Samsungs Galaxy Fold.

    Das Galaxy Fold zeichnet sich durch zwei Bildschirme aus. Dabei wäre zunächst jener, der an der Außenseite angebracht ist und benutzt wird, wenn das Smartphone zusammengeklappt ist. Dieser ist 4,6 Zoll groß und bietet eine recht durchschnittliche Auflösung von 1.960 x 840 Pixel bei einem Seitenverhältnis von 21:9. Wesentlich spannender ist das Innendisplay, das beim Auseinanderfalten offenbar wird. Infinity Flex Display nennt Samsung dieses, es ist 7,3 Zoll groß bei einem Seitenverhältnis von 4,2:3 und einer Auflösung von 2.152 x 1.536 Bildpunkten.

    Technologie

    Samsung betont dabei, dass es sich nicht bloß um ein biegbares, sondern wirklich um ein faltbares Display handelt. Möglich wird das durch eine neuentwickelte Polymerschicht, wodurch das Display 50 Prozent dünner als bei einem typischen Smartphone sein soll. Zudem soll diese Technologie auch vor Beschädigungen durch die dauerhafte Beanspruchung beim Zusammenklappen schützen. Ebenso wichtig für solch ein Gerät ist die Stabilität: Samsung verweist in dieser Hinsicht auf einen neuen Mechanismus, der dazu führt, dass das Gerät im Tablet-Modus einrastet.

    foto: samsung
    Zusammengeklappt werden beim Galaxy Fold Assoziationen an den Nokia Communicator wach: Dick und länglich ist das Smartphone dann. Konkrete Abmessungen verrät das Unternehmen derzeit noch nicht.

    Kooperation mit Google

    Samsung nimmt aber auch spezifische Software-Verbesserungen für das Gerät vor. So sollen sich auf dem Galaxy Fold bis zu drei Apps gleichzeitig nutzen lassen. Darüberhinaus soll es einen nahtlosen Wechsel zwischen Cover-Display und dem innenseitigen Bildschirm geben, aktuell geöffnete Apps werden also direkt übernommen. Dafür habe man auch mit Android-Hersteller Google zusammengearbeitet, der vor einigen Monaten bereits entsprechende Schnittstellen für sein Betriebssystem angekündigt hatte. Zudem seien bereits populäre Apps wie Microsoft Office, Youtube oder WhatsApp extra angepasst worden.

    foto: samsung
    Bis zu drei Apps gleichzeitig nutzen mit dem Galaxy Fold.

    Jenseits der faltbaren Fähigkeiten ist das Galaxy Fold aber natürlich auch ein reguläres Smartphone: Welchen Prozessor man nutzt, sagt das Unternehmen derzeit zwar noch nicht, von der Beschreibung her könnte es aber ein Snapdragon 855 sein. Dem sind 12 GB RAM sowie 512 GB lokaler Speicherplatz zur Seite gestellt. In Summe verspricht der Hersteller damit Leistung auf PC-Niveau.

    Sechs Kameras

    Es gibt einen Fingerabdruckscanner, der in dem Fall wie beim Galaxy S10 seitlich im Power-Button untergebracht ist. Dazu kommen Stereolautsprecher, wobei man auf das entsprechende Know-how von AKG verweist. Außerdem gibt es beim Galaxy Fold so viele Kameras wie noch nie bei einem Samsung-Smartphone. Neben der Triple-Kamera der S10-Reihe wird noch eine Dual-Frontkamera wie beim S10+ geboten. Dazu kommt dann aber noch eine sechste Kamera, und zwar eine 10-Megapixel-Selfie-Kamera (f/2.2) bei Nutzung des Cover-Displays. Für die Dual-Frontkamera nimmt Samsung übrigens einen sehr deutlich sichtbaren Notch im oberen rechten Eck des Innendisplays in Kauf.

    grafik: samsung
    Besonders stolz ist man bei Samsung auf die Scharnier, die eine stabile Verbindung der beiden Hälften garantieren soll.

    Der Akku wird mit 4.380 mAh angegeben, wobei er in zwei Teile auf beiden Gerätehälften verteil ist, die aber nahtlos zusammenarbeiten sollen. Geladen werden kann der Akku sowohl via USB-C als auch drahtlos – und natürlich beides flott. Als Betriebssystem wird Android 9 geliefert, der digitale Assistent Bixby ist ebenfalls vorhanden. Zwei Details, die bei der Präsentation aufgefallen sind: Im Gegensatz zur S-Reihe gibt es beim Galaxy Fold weder Kopfhörerbuchse noch MicroSD-Slot.

    Preis?

    Bei alldem bleibt eine Frage offen, nämlich was all das kosten soll. Und wer gemeint hat, mit der Keramik-Ausführung des S10+ wäre schon der Plafond erreicht, sieht sich hier eines besseren belehrt: Das Galaxy Fold soll ab 2.000 Euro verkauft werden. Das Unternehmen spricht hierbei von zwei Varianten – eine mit LTE, eine mit 5G-Support. Es ist also davon auszugehen, dass letzter noch teurer wird. In Europa soll es das Ganze ab dem 3. Mai geben, in den USA sogar noch eine Woche früher. Informationen zur Verfügbarkeit in einzelnen Länder gibt es allerdings bisher nicht. (Andreas Proschofsky aus London, 21.2.2019)

    • Samsung-Präsident DJ Koh bei der Enthüllung des Galaxy Fold.
      foto: eric risberg / ap

      Samsung-Präsident DJ Koh bei der Enthüllung des Galaxy Fold.

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