Kanzleramt: Haben Heldenshow mit ORF und "Krone" entwickelt

    20. Februar 2019, 13:25
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    Die Liste Jetzt fragte, wer das Konzept entwickelt hat, ob das Bundeskanzleramt sich finanziell beteiligte und ob weitere Kooperationen geplant sind

    Wien – Im Dezember ehrte Bundeskanzler Sebastian Kurz in einer Gala im ORF Mitglieder heimischer Blaulichtorganisationen für ihre Verdienste. Die begleitende Berichterstattung liefert die "Kronen Zeitung", die Show lief am 20. Dezember im ORF. Die Liste Jetzt wollte damals per parlamentarischer Anfrage von Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) wissen, wie es zu dieser Kooperation kam, wer die Idee dafür hatte und wer das konkrete Konzept ausgearbeitet hat. Nun liegt die Antwort vor.

    Stöckl begrüßte Kurz als "Initiator"

    "Das Bundeskanzleramt ist in regelmäßigem Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der österreichischen Medienhäuser. Im Zuge dieser Gespräche entstand die Idee für das Projekt 'Lebensretter 2018 – Österreichs Heldinnen und Helden', um den Einsatzkräften Wertschätzung und Anerkennung zukommen zu lassen", heißt es jetzt in der Anfragebeantwortung. In der Sendung begrüßte Moderatorin Barbara Stöckl Sebastian Kurz als "Initiator" der Aktion.

    Die Konzeptentwicklung sei "federführend durch die Kooperationspartner durchgeführt" worden, schreibt Kanzleramtsminister Gernot Blümel auf die Anfrage. Auf eine andere Frage – würde es der Qualität der Sendung schaden, wenn keine Mitarbeiter des Kanzleramts beteiligt wären – heißt es: "Die redaktionelle Verantwortung der Sendung lag ausschließlich beim ORF."

    Die Liste Jetzt sieht einen Widerspruch zwischen den beiden Antworten – dass "die Kooperationspartner für die Konzeptentwicklung zuständig waren, während in Frage 9 und 10 festgehalten wird, dass die redaktionelle Verantwortung beim ORF liegt. Das passt nicht ganz zusammen".

    Launsky-Tieffenthal "objektives und unparteiisches Jurymitglied"

    Die Jury bestand aus jeweils einem Juror der drei Kooperationspartner (Bundeskanzleramt, ORF und "Kronen Zeitung"). Was Peter Launsky-Tieffenthal als Juror qualifiziert, wollte die Liste Jetzt wissen. "Sein beruflicher Werdegang im diplomatischen Dienst" etwa qualifizierte ihn als "objektives und unparteiisches Jurymitglied", Blümel verweist auch auf Erfahrung im internationalen Krisenmanagement.

    Dem Bundeskanzleramt seien weder durch die Konzeptentwicklung noch aus der Konzeptbegleitung Kosten entstanden, das Bundeskanzleramt habe keine finanzielle Unterstützung geleistet. Warum die "Krone" als Medienpartner ausgesucht wurde? Antwort darauf: "Die 'Kronen Zeitung' verfügt über eine große Reichweite in Österreich mit stark verankerten Länderredaktionen, wodurch eine weitreichende Breitenwirkung erzielt werden konnte."

    Bundeskanzleramt "offen" für mögliche Fortsetzung"

    Die Liste Jetzt wollte auch wissen, ob weitere Kooperationen zwischen ORF und der Bundesregierung in Planung seien. "Aufgrund der sehr positiven Rückmeldungen und der großen Wertschätzung gegenüber der Initiative steht das Bundeskanzleramt einer möglichen Fortsetzung und einer damit verbundenen weiteren Kooperation offen gegenüber", heißt es dazu aus dem Bundeskanzleramt.

    Die Show am 20. Dezember sahen um 21.05 Uhr 419.000 Zuschauer bei einem Marktanteil von 15 Prozent. 2019 gibt es im ORF noch mehr Helden zu sehen: In der achtteiligen Challenge "Österreichs Helden" auf ORF 1 werden die besten Feuerwehrleute des Landes gesucht. (red, 20.2.2019)

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    • ORF-Heldenshow: Kanzler Kurz und Moderatoren Stöckl
      foto: orf

      ORF-Heldenshow: Kanzler Kurz und Moderatoren Stöckl

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