"Für den ORF reicht's": Warum Armin Wolf nicht in die Politik geht

20. Februar 2019, 08:34
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ORF-Anchor bei Stermann und Grissemann: Was Wladimir Putin und Erwin Pröll unterscheidet

Wolfram Pirchner als EU-Kandidat der ÖVP – warum geht nicht auch ORF-Anchorman Armin Wolf in die Politik? Bei Dirk Stermann und Christoph Grissemann in "Willkommen Österreich" erklärte das der "ZiB 2"-Interviewer am Dienstagabend so einfach wie wenige seiner Gesprächspartner, die in die Politik gegangen sind: "Weil ich das nicht kann." Mit dem Nachsatz: "Das hindert die anderen auch nicht."*

Da ging es nicht um Politik im Allgemeinen. Wolf hatte gerade referiert, dass Thomas Brezina Digitalberater der Bundesregierung werden könnte und Vera Russwurm Gesundheitsberaterin. Und darüber spekuliert, ob Andreas Gabalier womöglich dann die Staatsoper leiten soll und Felix Baumgartner die österreichische Luftwaffe.

"Für den ORF reicht's"

Bei Wolf spricht nach eigenem Bekunden noch gegen eine Politkarriere: "Ich bin total undiplomatisch." Und, wie seine Frau bestätigen könne: Seine soziale Kompetenz liege auf einer Skala von 1 bis 10 "eher weiter von 10 weg". Stermann: "Für den ORF reicht's." Wolfs Antwort darauf: "Aber ich bin ja auch allein im Studio".

Putin und Pröll

Gereicht hat es vor allem einem Interviewpartner von Wolf: Niederösterreichs Langzeitlandeshauptmann Erwin Pröll war nach dem "ZiB"-Interview insbesondere über die nach ihm benannte Stiftung kurz vor dem "Handschlag", berichtete Wolf: "Der war wirklich sauer."

Wladimir Putin war das nach Wolfs Interview 2018 nicht: "Er hat das deutlich besser genommen als Erwin Pröll. Und Putin hat nicht beim Chef angerufen" – also bei ORF-General Alexander Wrabetz.

Erfrischend schwierig

Wie sympathisch und erfrischend schwierig Interviewpartner sein können, führte Autorin Barbara Zeman (frisch erschienener Debutroman: "Immerjahn") Stermann und Grissemann am Dienstagabend vor. Über den Literaturbetrieb: "Ich bin erst seit sieben Tagen dabei." Über Stermann und Grissemann: "Ich bin ein bisschen unkultiviert. So wie ihr." Über seltsame Fragen: "Meine Mutter sagt, ich soll nicht so oft in Gesprächen sagen, dass ich die Nase breche."

Und: "Ich möchte lieber in der 'ZiB 2' sein. Frag mich was", bestellte sie zwei Bier und wandte sich an Armin Wolf. Doch der kam diesmal nicht dazu.

Kommende Woche bei Stermann und Grissemann die nächste interessante Kombination: DJ Ötzi und "Falter"-Herausgeber und Schriftsteller Armin Thurnher ("Fähre nach Manhattan").

Sehenswert schon diese Woche: Christoph Grissemann gibt Wolfgang Fellner (Oe24), der für seinen Fernsehsender eine Freundin von Richard Lugner befragt. (Harald Fidler, 19.2.2019)

Hinweis: In einer ersten Version des Artikels stand hier "Ich finde, die anderen können’s auch nicht". Dieses Zitat war nicht korrekt, wir bedauern.

Zum Nachsehen

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"ZIB 2"-Anchor Armin Wolf ist Journalist des Jahres 2018

  • "Ich kann das nicht." Armin Wolf in "Willkommen Österreich" über Politik-Quereinsteiger.
    foto: orf tvthek willkommen österreich

    "Ich kann das nicht." Armin Wolf in "Willkommen Österreich" über Politik-Quereinsteiger.

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