Grüne: Was schiefgehen kann ...

Kommentar18. Februar 2019, 18:18
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Selbst bei den EU-Wahlen, wo die Grünen hoffen, im Schlepptau der erfolgreichen deutschen Grünen Oberwasser zu bekommen, kann's schlechter nicht laufen

Für Österreichs Grüne gilt seit der erfolgreichen Bundespräsidentenwahl nur noch ein Programm, und das heißt Murphys Gesetz: Alles, was schiefgehen kann, geht schief. Das begann mit dem Rauswurf der Grünen aus dem Parlament und setzte sich fort bis zum gespenstischen Karrieresprung der ehemaligen Parteichefin Eva Glawischnig, die zum Glücksspielkonzern Novomatic überlief.

Die ewige Nummer zwei, Werner Kogler, blieb als Einziger von der alten Garde übrig und versucht seither, den Scherbenhaufen in der Partei zusammenzuklauben. Dabei muss er sich auch noch mit der zweiten ums politische Überleben kämpfenden Grünfraktion, der abtrünnigen Liste um den Altgrünen Peter Pilz, duellieren.

Und selbst bei den EU-Wahlen, wo die Grünen hoffen, im Schlepptau der erfolgreichen deutschen Grünen Oberwasser zu bekommen, kann's schlechter als bisher nicht laufen. Pilz holte den seinerzeit erfolgreichen grünen Europapolitiker Johannes Voggenhuber als Spitzenkandidaten ins Boot. Kogler konterte mit der Fernsehköchin Sarah Wiener. Kaum hatte er seinen Coup präsentiert, poppte die Nachricht auf, der Kärntner Grünen-Chef wurde wegen angeblicher Schlepperei in Italien kurzfristig festgenommen. Sein Rücktritt überschattet die neue Kandidatin.

Ist Murphys Gesetz einmal in Kraft, dann wirkt es meist noch lange weiter. Kogler und Wiener müssen sich noch einer Abstimmung an der grünen Basis stellen. Mal sehen, ob da nicht schon wieder etwas schiefgeht. (Walter Müller, 18.2.2019)

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