Autobau: Visionen sind gesund

Kolumne22. Februar 2019, 11:37
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Die schlichte Ablehnung des Automobils ist illusorisch, Autolawinen sind aber auch nicht wünschenswert

Innerhalb von zwei Generationen hat sich ein klares Bild vom Fortschritt, "die Kinder sollen es einmal besser haben", radikal gedreht. Was ist das für eine Welt, in der wir froh sein müssen, wenn es unsere Kinder zumindest ebenso gut haben, wie wir es bis jetzt hatten? Also brauchen wir eine neue Perspektive – auch für das Automobil.

Schlüsselrolle

Allein, indem das Auto eine Schlüsselrolle in dem phänomenalen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufstiegsszenario der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte, so hat es jetzt auch eine Schlüsselrolle im Rahmen des digitalisierungsgetriebenen Transformationsprozesses.

Wer sich darüber klar ist, dass ganze Volkswirtschaften auf das Autobauen aufgebaut sind und dass in vielen aufstrebenden Schwellenländern gerade die Massenmotorisierung, also das Autobauen, als wichtigstes Element für einen wirtschaftlichen Aufstieg in den nächsten Jahren gesehen wird, der weiß auch, dass eine schlichte Ablehnung des Automobils illusorisch ist. Es kann aber auch nicht wünschenswert sein, wenn uns Autolawinen und Naturkatastrophen gebündelt überrollen.

Fortschritt zunichte machen

Es wird also nicht genügen, allein den Energieverbrauch und schädliche Abgase zu senken. Ohne neues Verständnis der Verkehrsstrukturen ist ein ökologisch schonenderes Autofahren nicht möglich. Allein die zu erwartende Vermehrung der Automobile macht jeden Fortschritt in der Antriebstechnik mehr als zunichte.

Wir sollten wieder Mut fassen, Visionen zu entwickeln von einer Welt, in der es alle Kinder besser haben. (Rudolf Skarics, 22.2.2019)

  • Früher war es wichtig, dass es "unseren Kindern einmal besser gehen wird". Das hat sich gewandelt.
    foto: getty images/istockphoto

    Früher war es wichtig, dass es "unseren Kindern einmal besser gehen wird". Das hat sich gewandelt.

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