Erste israelische Mondsonde soll Ende der Woche ins All starten

    18. Februar 2019, 15:56
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    Die Landung des Raumschiffs Beresheet auf dem Erdtrabanten ist für 11. April vorgesehen. Es ist die erste privat organisierte Mondmission

    Jerusalem – Israel will in der Nacht auf Freitag erstmals eine Raumsonde zum Mond schicken. Befördert wird die kleine Sonde Beresheet von einer Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX. Der Start ist für 2.45 Uhr MEZ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida geplant, teilte die israelische Non-Profit-Unternehmen SpaceIL in Tel Aviv mit. Beresheet ist die erste privat organisierte Mondmission.

    illustration: spaceil
    Künstlerische Darstellung der Sonde Beresheet auf dem Mond.

    Die Landung am Mond wird sieben Wochen später am 11. April erwartet. Das kleine Israel werde nach den Großmächten USA, Russland und China das vierte Land sein, das mit einem Raumschiff auf dem Mond landet, sagte Ido Antebi von SpaceIL. "Freitagfrüh werden wir Geschichte schreiben." Missionen Japans, Indiens und der Europäischen Weltraumbehörde erreichten in der Vergangenheit zwar ebenfalls die Mondoberfläche, aber nur in Form eines (geplanten) Absturzes.

    Digitale Zeitkapsel an Bord

    Das unbemannte Mini-Raumschiff mit einem Gewicht von 585 Kilogramm soll eine israelische Flagge auf den Mond bringen und das Magnetfeld des Erdtrabanten untersuchen. Initiiert wurde das Projekt 2011 als Teil des Wettbewerbs "Google Lunar X-Prize". Inzwischen hat Israel es jedoch zum nationalen Projekt erklärt.

    foto: apa/afp/jack guez
    Beresheet im Reinraum Ende 2018.

    Der Bau der Sonde hat umgerechnet 84 Millionen Euro gekostet. Die Kosten wurden großteils von privaten Spendern getragen. SpaceIL erhält aber auch Unterstützung von der israelischen Raumfahrtbehörde (ISA) und Israel Aerospace Industries (IAI). Eine Besonderheit der Mission ist, dass sie eine digitale Zeitkapsel mit an Bord hat: Datenträger, auf denen unter anderem Kinderzeichnungen, israelische Lieder und ein Erfahrungsbericht über den Holocaust gespeichert sind. (red, APA, 18.2.2019)

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