Tolles Gruseln: "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" im ORF

    17. Februar 2019, 20:12
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    Ganz unabhängig vom Fritz-Lang-Vorbild betrachtet: Die Serie macht Spaß, jagt Schrecken ein, lässt staunen, ekelt, gruselt, kurz: "M" ist gutes Fernsehen

    Der Fairness halber soll man ein Remake nicht mit dem Original vergleichen. Noch dazu, wenn das Ursprungswerk ein Klassiker des deutschsprachigen Films aus dem Jahr 1931 ist und der Nachbau eine österreichische Miniserie, die am Sonntagabend mit zwei Folgen Premiere auf ORF 1 feiert.

    foto: orf

    Also, ganz unabhängig vom Fritz-Lang-Vorbild betrachtet: David Schalkos M – Eine Stadt sucht einen Mörder macht Spaß, jagt einem einen Schrecken ein, lässt staunen, macht Gänsehaut, ekelt, gruselt, sorgt für Wut. Kurz: M ist gutes Fernsehen, das man gern weiterschauen mag.

    Schalko verzaubert Wien in eine schaurig-schöne Schneekugel, in der ein Unbekannter Kinder entführt. Zwielichtige Gestalten gibt es darin zuhauf: den merkwürdigen alten Mann im Pelzmantel (Udo Kier), der ständig fremde Leute fotografiert. Den seltsamen Volksschullehrer mit der vermeintlich dunklen Vergangenheit (Michael Fuith), der sich ein bisschen zu gut um seine Schülerinnen kümmert. Die psychopathische Zuhälterin (Sophie Rois) mit guten Verbindungen. Und natürlich den supergruseligen, esoterisch angehauchten bleichen Mann (Bela B), der genau zu wissen scheint, wo man nach entführten Kindern sucht.

    2019 wie 1931 kann M auch nicht die Politik auslassen: So bemüht sich der Innenminister (Dominik Maringer – im Bild – als eine böse Mischung aus Herbert Kickl und Gernot Blümel) darum, die Verbrechen möglichst für seine Agenda zu nutzen.

    foto: orf

    Schalko lässt sein Ensemble die grausame Geschichte auf eine Art erzählen, die einen immer weiterschauen lassen will. Völlig egal, ob man das Original aus Berlin gesehen hat oder nicht. (Sebastian Fellner, 17.2.2019)

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