Herrenabteilung Chefetage: "Ich bin hier die Bossin" im ORF

    17. Februar 2019, 09:00
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    Die Doku geht der Frage nach, wie Chefinnen in ausgesprochenen Männerdomänen ihren Job anlegen

    An der Spitze kann es einsam sein. Zumindest wenn Frauen nach Geschlechtsgenossinnen in Führungspositionen suchen. Die Statistik zeichnet ein drastisches Bild: Von den 200 umsatzstärksten Unternehmen in Österreich werden beispielsweise nur drei von Alleingeschäftsführerinnen geleitet.

    Wie legen Chefinnen in ausgesprochenen Männerdomänen ihren Job an? Dieser Frage geht Jennifer Rezny in ihrer Doku Ich bin hier die Bossin am Sonntag um 23.05 Uhr auf ORF 2 nach.

    Sie porträtiert Lisl Wagner-Bacher, die 1983 als erste Frau Österreichs als "Koch (sic!) des Jahres" ausgezeichnet wurde. Nach ihr haben bis jetzt nur zwei weitere Frauen diesen Titel erhalten. Neben IBM-Österreich-Chefin Patricia Neumann stellt Rezny auch die geschäftsführende Intendantin der Grazer Oper, Nora Schmid, vor, Rapid-Vorständin Petra Gregorits und Brigadier Sylvia-Carolina Sperandio, die das Gesundheitswesen beim Bundesheer leitet.

    Puppen und Rennautos

    Ihre Geschlechterrolle im Job reflektieren die Protagonistinnen unterschiedlich. "Ich würde zwischen Frauen und Männern keinen Unterschied machen", erklärt die Generalin. Schon als Kind habe sie sowohl mit Puppen als auch mit Rennautos gespielt. Schmid hingegen sieht in ihrer Muttererfahrung eine Stärke: "Ich habe viel gelernt. Nein zu sagen, klar zu kommunizieren und die Tage noch besser zu strukturieren."

    Um die Zukunft chancengerechter für alle zu gestalten, sehen die Protagonistinnen einen wichtigen Hebel in der Kindererziehung. Für jetzt überlegt Neumann: "Ich wünsche mir, es braucht keine Quote. Wenn man über Jahre aber sieht, dass sich Dinge nicht verändern, sind Regeln sinnvoll".

    Das Aufbrechen von Herrschaftsstrukuren scheint jedenfalls die schwierigste Aufgabe zu sein, wollen Organisationen von Diversität profitieren. "Das Militär ist von Männern für Männer gemacht", hält die Generalin fest. Nicht nur das Militär. (Sandra Nigischer, 17.2.2019)

    • Sylvia Sperandio ist eine von nur zwei Generalinnen im österreichischen Bundesheer. Sie leitet die Militärspitäler.
      foto: orf/florian gebauer

      Sylvia Sperandio ist eine von nur zwei Generalinnen im österreichischen Bundesheer. Sie leitet die Militärspitäler.

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