"Crackdown 3" im Test: Ein gutes Spiel – wenn es 2009 erschienen wäre

    20. Februar 2019, 09:08
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    Das Superhelden-Action-Feuerwerk geht in die nächste Runde und enttäuscht auf vielen Ebenen

    Crackdown, Microsofts Antwort auf Rockstars Meisterwerk GTA, hat sich nie wirklich allzu ernst genommen. Der Plot könnte aus einem mittelmäßigen Action-Film stammen: Als Superheld kämpft man in einer futuristischen Welt gegen Bösewichte. Mehr gibt es auch nicht zu Crackdown zu erzählen. Allerdings haben es die Macher bei bisher zwei Ablegern geschafft, beim Spielspaß ordentlich zu punkten. Mit Crackdown 3 gibt es nun eine neue Version des Superhelden-Spektakels – mit prominenter Unterstützung von US-Schauspieler Terry Crews.

    Zwar können Spieler auch in die Rolle eines anderen Superhelden schlüpfen, wer wollte aber nicht schon immer mal den glatzköpfigen Muskelprotz gegen eine Horde an menschlichen und Roboter-Bösewichten ankämpfen lassen? Der neueste Ableger ist zehn Jahre nach den Geschehnissen von Crackdown 2 angesiedelt. Ein Megakonzern kontrolliert nach einem Anschlag auf die Infrastruktur die ganze Welt und die Agency-Agenten unter der Führung von Commander Jaxon müssen die Erde nun aus den Fängen der boshaften Organisation befreien, die von der Stadt New Providence aus operieren.

    Crackdown 3 ist der erste Exklusiv-Titel von Microsoft im Jahr 2019 und soll Sonys Portfolio Paroli bieten. Vorgestellt wurde das Spiel bei der E3 2014 und seither mehrmals verschoben. Erscheinen sollte das Game bereits 2016 – zwischenzeitlich ging auch das Entwicklerstudio verloren, da im Jänner 2018 der zuständige Hersteller Cloudgine von Epic Games gekauft wurde. Also musste Sumo Digital in die Bresche springen und das Ruder komplett übernehmen, damit Crackdown 3 nun doch noch erscheint.

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    Was ist gelungen?

    Crackdown 3 ist im Grunde ein gutes Spiel – wenn man die Zeit um zehn Jahre zurückdreht. Das Spiel bietet circa dreizehn Stunden lang seichte Unterhaltung, die recht schnell vorbeizieht. Die Spielewelt im Comic-Stil ist im Vergleich zu heutigen Open-World-Games zwar kein Highlight, aber aufgrund der vielen erkundbaren Hochhäuser durchaus abwechslungsreich.

    Die Schwierigkeitsgrade des Action-Adventures sind außerdem gut austariert. Die Bosskämpfe punkten hinsichtlich ihrer Diversität und an den Spieler gestellte Herausforderung. Auch das Leveling weiß zu gefallen – jeder zerstörte Gegner lässt Leuchtkugeln fallen, die wiederum für Upgrades verwendet werden können. Zuletzt schafft es das Spiel auch, dass man den Drang an sinnloser Zerstörung und gewaltiger Explosionen immer wieder stillen kann.

    Was ist weniger gelungen?

    Crackdown 3 wirkt während der gesamten Spielzeit nicht wie ein aktueller AAA-Titel. Der Comic-Stil wirkt altbacken, die offene Welt wie ein Relikt aus vergangenen Videospielzeiten und auch die Steuerung weckt Erinnerungen an längst vergangene Zeiten, die man gerne hinter sich gelassen hat. Auch die Gegner-KI kennt man von Spielen, die vor ein paar Jahren erschienen sind.

    Während die Bosskämpfe durchaus Abwechslung mit sich bringen, ist das restliche Design der Missionen nicht gerade abwechslungsreich. Der Multiplayer-Modus ist hinsichtlich des Funktionsumfangs außerdem äußerst beschränkt und bietet bislang nicht die Möglichkeit, mit Freunden zu spielen. Diese Option soll allerdings noch nachgereicht werden.

    Fazit

    Die Erwartungen an Crackdown 3 waren groß. 2015 hat Microsoft noch ein Innovativ-Spektakel versprochen, von dem vier Jahre später nur noch ganz wenig übrig geblieben ist. Das Action-Adventure ist keine spielerische Katastrophe, aber heute einfach nicht mehr zeitgemäß. Wird der Aspekt miteinbezogen, dass Microsoft als Publisher agiert, der das Game als Antwort auf Sonys Exklusiv-Portfolio vermarktet, kommt man umso mehr ins Staunen. Ist man Besitzer eines Xbox Game Passes kann man bei viel Freizeit durchaus einen Blick auf Crackdown 3 werfen – für alle anderen lohnt sich der Besuch von New Providence aber nicht. (Daniel Koller, 20.2.2019)

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

    "Crackdown 3" ist ab 18 Jahren für PC und Xbox One erschienen. UVP: 69,99 Euro. Das Spiel ist Teil des Xbox Game Passes, der monatlich 10 Euro kostet.

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    "Crackdown 3"

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