Arbeiterkammer: 16.300 Lehrstellen fehlen in Österreichs Betrieben

15. Februar 2019, 14:09
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AK-Präsidentin Anderl kritisiert den geringen Zuwachs an Lehrstellen

Wien – Rund 21.300 Jugendliche sind in Österreich derzeit auf Lehrstellensuche – bei weitem nicht alle werden dabei Glück haben: Zu Jahresbeginn waren nur knapp 5.000 Lehrstellen als offen gemeldet, wie aus einer Analyse der Arbeiterkammer (AK) hervorgeht. Demnach fehlen österreichweit rund 16.300 Lehrstellen in Betrieben. In Wien ist die Situation besonders drastisch: Dort haben knapp 8.500 Jugendliche keine Lehrstelle in einem Betrieb.

"Die Wirtschaft muss die Lehrstellenlücke schließen, nicht schönreden", sagte AK-Präsidentin Renate Anderl am Freitag. Sie kritisiert, dass die Regierung den großen Unterschied zwischen Angebot und Stellensuchenden übersehe.

In manchen Bereichen gebe es fast keine Lehrlinge, Anderl nennt E-Commerce-Kaufleute als Beispiel. "Da müssen Unternehmen einfach mehr Lehrstellen schaffen." Waren 2008 noch 40.000 Lehrlinge im ersten Lehrjahr in einem Betrieb, so sind es jetzt nur mehr rund 31.000. "Der Zuwachs an neuen Lehrstellen ist viel zu gering", meint Anderl. Sie fordert eine ausreichende Finanzierung der überbetrieblichen Lehrausbildung.

Insgesamt gab es laut Wirtschaftskammer im Vorjahr 107.900 Lehrlinge in Österreich. Rund ein Fünftel davon lebt in Oberösterreich, knapp 16 Prozent in Wien. (red, 15.2.2019)

  • "Die Wirtschaft muss die Lehrstellenlücke schließen, nicht schönreden", sagt AK-Chefin Anderl.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    "Die Wirtschaft muss die Lehrstellenlücke schließen, nicht schönreden", sagt AK-Chefin Anderl.

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