Rekrut: "An das lange Stehen gewöhnt man sich"

    16. Februar 2019, 08:15
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    Dennis Schrenk musste nicht lange nachdenken. Er wollte zum Heer und dort auch bleiben. Dafür brach der Schüler sogar die HTL ab

    "Mein Bruder war beim Bundesheer und hat mir viel Positives erzählt, er hat mich neugierig gemacht. Ich habe dann die HTL abgebrochen, weil ich gleich die Unteroffiziers-Laufbahn machen wollte. Im November bin ich eingerückt. Die Matura nachzumachen ist schon ein Plan, dann vielleicht die Offizierslaufbahn. Jedenfalls möchte ich beim Heer bleiben, genauer gesagt bei der Garde, weil da kenne ich den Ablauf jetzt auch schon. Ich kann mir aber auch einen Auslandseinsatz vorstellen.

    Wir hatten sieben Wochen Grundausbildung in Horn, Ende Februar beginnt der Assistenzeinsatz im Gebiet Neusiedl. Ja, das ist auch recht gut bezahlt – ich verdiene als Person im Ausbildungsdienst 960 Euro im Monat.

    Es hat vom ersten Tag an gepasst. Ich habe mich auf die Uniform gefreut, nein, nicht einmal die Schuhe haben gedrückt. Über das Essen kann ich mich auch nicht beschweren, aber ich esse sowieso, was auf den Tisch kommt. Man kann ja abends raus gehen und sich etwas anderes kaufen, wenn man will.

    Tagsüber das Handy nicht verwenden zu dürfen ist mir eigentlich egal, das mache ich sonst auch nicht. Ich schreibe meiner Freundin abends.

    Manchmal ist es anstrengend

    Manchmal ist es schon anstrengend, aber da muss man halt durchbeißen. Man ist ziemlich viel draußen, aber einen richtigen Muskelkater hatte ich noch nicht. Mühsam ist es, wenn einer in der Kompanie Blödsinn macht, und es heißt dann: alle in die Kampfuniform, dann wieder rein, Spind aufräumen. Wenn wir den Ausbildnern auf die Nerven gehen, gibt es kürzere Pausen – oder gar keine. An das Stehen und geradeaus Schauen gewöhnt man sich, so lange dauert das nicht. Beim Neujahrsempfang für das Diplomatische Corps waren das eineinhalb Stunden. Wenn es irgendwo juckt, denkt man einfach an etwas anderes, dann hört es auf.

    Wir sind zu acht im Zimmer, Probleme gibt es da keine. Ich habe von klein auf mein Bett selber gemacht – viel mehr ist es hier auch nicht. Manche haben ein Problem damit, weil sie aus einem Einzelzimmer von zuhause kommen und die Eltern immer alles gemacht haben, oder manche kommen in der vorgeschriebenen Zeit nicht klar. Da helfen wir aber meistens kameradschaftlich zusammen.

    Was mir wichtig ist im Leben? Ich schau, dass ich mit meinem Geld auskomme, ohne dass ich die Eltern anbetteln muss. Ich habe mir ein kleines Auto zusammen gespart, eine Woche vor der Grundausbildung hatte ich den Führerschein.

    Familie, Kinder? Das kann ich mir derzeit nicht vorstellen." (Protokoll: Karin Bauer, 17.2.2019)

    • Dennis Schrenk (18), Garde-Rekrut Maria Theresien-Kaserne Wien.
      foto: heribert corn

      Dennis Schrenk (18), Garde-Rekrut Maria Theresien-Kaserne Wien.

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