Zahl der Masernfälle hat sich in einem Jahr weltweit verdoppelt

    14. Februar 2019, 14:43
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    Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass im Vorjahr mehr als zwei Millionen Menschen an Masern erkrankt sind

    Genf – Die Masern sind nach jahrelang rückläufigem Trend wieder weltweit auf dem Vormarsch. Die vorläufige Zahl der gemeldeten Erkrankungen hat sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, auf 229.000 Fälle, gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag bekannt.

    Die tatsächliche Zahl dürfte aber über der Zwei-Millionen-Grenze liegen, sagte Katherine O'Brien, Direktorin der WHO-Impfabteilung. "Wir gehen davon aus, dass weltweit weniger als zehn Prozent aller Fälle gemeldet werden", so die Expertin. Die Zahl der gemeldeten Fälle dürfte noch steigen. Die endgültigen Zahlen liegen erst im April vor.

    Hauptproblem sind demnach Konfliktgebiete mit starken Migrations- und Flüchtlingsbewegungen sowie abgelegene Gebiete in armen Ländern. Dort werden nicht genügend Kinder geimpft. Die WHO verlangt dringend weltweit mehr Anstrengungen, jedes Kind zu impfen.

    Masernfälle in Europa haben sich verdreifacht

    Die Entwicklung in Europa sei noch dramatischer: Mit Masern haben sich im vergangenen Jahr in der Europaregion der WHO so viele Menschen angesteckt wie seit zehn Jahren nicht mehr, hieß es vergangene Woche aus dem WHO-Büro in Kopenhagen. 72 Kinder und Erwachsene seien daran gestorben. Neben der EU werden auch Russland, die Türkei, Israel und die in Asien liegenden Länder Usbekistan und Aserbaidschan zu dieser Region gezählt. Am schwersten betroffen war die Ukraine mit über 53.000 registrierten Erkrankungsfällen.

    Die Zahl der Fälle stieg in der Europaregion innerhalb eines Jahres auf das Dreifache, verglichen mit 2016 haben sich sogar 15-mal so viele Menschen infiziert. Damals gab es allerdings einen Tiefstand bei den Ansteckungen.

    Ein Grund für die Zunahme der Erkrankungen sei die wachsende Zahl der Impfgegner in Industrienationen und in arabischen Ländern, erklärte die WHO Anfang des Jahres. Die Ablehnung von Impfungen hat sie deshalb in die Liste der globalen Gesundheitsbedrohungen aufgenommen. Aus Sicht der Experten geht von Impfgegnern ein ähnlich großes Risiko für die weltweite Gesundheit aus wie von Ebola, Antibiotikaresistenzen und Luftverschmutzung. "Masern sind eine vermeidbare Krankheit" sagte O'Brian. "Wir haben eine extrem sichere und sehr effektive Impfung dagegen." Ziel der WHO ist es, die Masern weltweit zu eliminieren. (APA, dpa, red, 14.2.2019)

    • Die Masern breiten sich laut WHO weltweit aus. Die Impfung ist der beste Schutz gegen die hochansteckende Krankheit.
      foto: apa/dpa/lukas schulze

      Die Masern breiten sich laut WHO weltweit aus. Die Impfung ist der beste Schutz gegen die hochansteckende Krankheit.

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