Intersport sieht nach Trennung von Bründl keinen Dominoeffekt

    14. Februar 2019, 13:58
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    Österreichs größte Sporthandelsgruppe will die Lücke rasch füllen und hat weitere Sports-Direct-Standorte im Visier

    Wien – "Es gibt keinen Dominoeffekt und kein Abdriften. Unsere Mitglieder verlieren nicht das Interesse an Intersport." Thorsten Schmitz, neuer Chef von Intersport Österreich, bedauert, dass der bevorstehende Ausstieg der Bründl-Gruppe mitsamt ihrer 26 Filialen aus der Genossenschaft eine Lücke reißt. Einen weiteren Verlust an Händlern werde dieser Schritt jedoch nicht nach sich ziehen.

    Bründls Entscheidung sei gefallen, Zwist gebe es keinen. Die Salzburger müssten sich aber künftig auf verstärkte Konkurrenz in ihren Tourismusgebieten einstellen, sagt Schmitz. "Wir werden die Marke Intersport dort stärker positionieren. Wettbewerb ist nicht zu vermeiden."

    Intersport hat den Umsatz im Vorjahr in Österreich um acht Prozent auf 580 Millionen Euro gesteigert. 109 Händler führen hierzulande unter der Marke mittlerweile 280 Shops. Vor allem das Geschäft mit dem Winter boomte. Im Herbst eröffneten drei neue Standorte in Wels, Wolfsberg und Wien-Auhof. Im Frühjahr folgen Filialen in Krems und Feldkirch. Auch heuer will Intersport flächenbereinigt im hohen einstelligen Bereich wachsen.

    Marktbereinigung

    Wachstumschancen sieht Schmitz vor allem durch die Übernahme bestehender Sporthandelsflächen. Die Marktbereinigung des Mitbewerbs sei noch nicht abgeschlossen. Intersport sei dabei, weitere Standorte in Wien und den Landeshauptstädten zu erschließen. Auf dem Prüfstand seien unter anderem Flächen des britischen Diskonters Sports Direct.

    Vorantreiben will Schmitz den Onlinehandel. Eine neue Plattform soll alle Mitglieder im Web unter ein gemeinsames Dach führen. Die Teilnahme bleibt für die Händler allerdings freiwillig. Derzeit liege der Anteil des Internetgeschäfts der Gruppe im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Schmitz hält in den kommenden Jahren einen Ausbau auf 15 bis 20 Prozent für realistisch. Langfristig rechnet er mit 40 Prozent des Geschäfts im Sporthandel, die online laufen könnten – was aus seiner Sicht die bestehenden stationären Standorte aber nicht schwäche.

    Schmitz selbst arbeitet seit mehr als zwei Jahren für Intersport. Der gebürtige Rheinländer war zuvor 18 Jahre Jahre in der Modebranche, bei Peek & Cloppenburg hatte er die Verantwortung für zahlreiche Auslandsmärkte. "In Österreich zu leben war immer mein Lebenswunsch." (Verena Kainrath, 14.2.2019)

    • Thorsten Schmitz ist neuer Chef von Intersport Österreich.
      apa

      Thorsten Schmitz ist neuer Chef von Intersport Österreich.

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