Pädagogische Hochschulen: Rektoren zufrieden mit Autonomie Light

    14. Februar 2019, 13:02
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    "Guter Schritt in die richtige Richtung" – Rektorensprecher Berger hofft aber auf weiteren Ausbau der Autonomie ab 2022

    Wien – Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) will bei den Pädagogischen Hochschulen (PH) zwar das "Gängelband" lockern, die ursprünglich versprochene Autonomie soll aber nicht kommen. Bei den PH-Rektoren ist man auch mit einer Autonomie Light vorerst zufrieden. "Für uns ist das ein guter Schritt in die richtige Richtung", sagt Sprecher Christoph Berger.

    "Dass wir uns Personal aussuchen können, wäre uns das Wichtigste gewesen im Bereich der Autonomie", begründet der Rektor der Kirchlichen PH Wien/Krems seine Haltung. "Es war manches irrational, gerade dass ein Beamter im Ministerium in Personalfragen entscheidet." So habe etwa die Bestellung eines Professors an den PH über ein Jahr gedauert, wobei das Ministerium nur nach formalen, aber nicht inhaltlichen Kriterien geprüft habe.

    Gesetzesentwurf in zweiter Jahreshälfte

    Neben dem Personalbereich soll das "Gängelband" des Ministeriums im Zuge der Reform laut Berger auch bei Personalmanagement, IT, Datenmanagement und in Rechtsfragen gelockert werden. Der Gesetzesentwurf soll laut Ministerium in der zweiten Jahreshälfte fertig werden.

    Ein Knackpunkt bleibt für den PH-Rektorensprecher die Programmautonomie: Die Rektorate können auch weiterhin Ausbildungsgänge nicht frei gestalten. Die Begründung, das Ministerium könne so die Ausbildung der Lehrer besser steuern, ist allerdings laut Berger ein "Mythos": Die PH könnten schon jetzt nicht auf Bestellung Absolventen bestimmter Fächer liefern – vor allem, wo in der Sekundarstufe (v.a. Neue Mittelschule, AHS, BMHS) mit der neuen Lehrerausbildung alle Studien gemeinsam mit Unis angeboten werden müssen. Auch im Volksschulbereich sei es illusorisch so zu tun, als könnten die PH ihre Absolventenzahlen planen. Anders sieht es laut Berger in der Fort- und Weiterbildung aus: Hier könne das Ministerium tatsächlich thematische Schwerpunkte "bestellen" und damit das Angebot steuern.

    Üben und dann adaptieren

    Für die Zukunft hofft Berger noch auf weitere Schritte in Richtung Autonomie, etwa bei der Verwaltung von Forschungs- und Drittmitteln. "Wir üben jetzt einmal die nächsten paar Jahre, wie wir gut damit umgehen können", zieht er einen Vergleich mit dem Weg der Unis zur Autonomie. Die nächsten Ziele und Leistungspläne der PH sollen dann ab 2022 gelten. "Und dann gehe ich schon davon aus, dass wir noch stärker in Richtung Autonomie gehen können." (APA, 14.2.2019)

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