Lehrerbedarf durch Pensionierungen erreicht 2019 Höhepunkt

    12. Februar 2019, 11:53
    295 Postings

    Die Zahl liegt aber nach wie vor unter jener der Lehramtsabsolventen. Bildungsminister Faßmann hält am Aus für das Unterrichtspraktikum fest

    Wien – Der vor allem durch Pensionierungen entstehende Bedarf an Lehrern erreicht 2019 seinen Höhepunkt. Fast 3.900 Planstellen (von knapp 110.000) müssen heuer nachbesetzt werden, erklärt Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Neos. In den Jahren darauf sinkt dann der Bedarf, 2025 werden es nur mehr 3.300 Stellen sein, fünf Jahre darauf 2.700.

    Inwieweit diese Stellen durch Lehramtsabsolventen nachbesetzt werden können, ist dagegen noch nicht klar. Die derzeitigen Absolventenzahlen lassen das zwar vermuten: 2016/17 schlossen rund 3.800 Personen ein Lehramt an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ab, darunter 1.800 für die Volksschule und 1.200 für die Neue Mittelschule. An den Universitäten waren es laut Unidata rund 2.200 Absolventen, wovon allerdings laut Anfragebeantwortung im Jahr darauf nur 1.900 ein Unterrichtspraktikum an einer AHS oder BMHS absolvierten.

    Künftig dürfte es aber weniger Absolventen geben: Angehende Volksschullehrer müssen statt eines dreijährigen Bachelorstudiums vier Jahre Bachelor- und (bis zur vollen Berufsberechtigung) ein Jahr Masterstudium absolvieren. An den Unis steigt die Studiendauer von neun auf zehn Semester. Das bedeutet, dass es im Pflichtschulbereich einerseits mindestens ein Jahr ohne Absolventen geben wird und andererseits die Gefahr von Drop-outs steigt – je länger ein Studium dauert, desto höher die Gefahr eines Abbruchs.

    Induktionsphase ab Herbst 2019

    Nach wie vor hält Faßmann am Auslaufen des Unterrichtspraktikums fest. Derzeit werden in dieser einjährigen Phase die (an den Unis ausgebildeten) Lehrer für AHS und BMHS nach dem Magisterabschluss unter Anleitung eines Betreuungslehrers in die Schulpraxis eingeführt.

    Mit der neuen Lehrerausbildung tritt im Herbst 2019 dagegen die sogenannte Induktionsphase in Kraft: Alle frischgebackenen Pädagogen steigen bei geringerer Lehrverpflichtung gleich in den regulären Unterrichtsbetrieb ein und werden dabei von Mentoren (entweder die bisherigen Betreuungslehrer oder per Fortbildung dazu geschulte Lehrer) unterstützt. Argumentiert wird das damit, dass bereits in der verlängerten Ausbildung Praktika an den Schulen vorgeschrieben seien, wie das schon in der bisherigen Ausbildung der Pflichtschullehrer der Fall war. (APA, 12.2.2019)

    • Fast 3.900 Lehrer-Planstellen müssen heuer nachbesetzt werden.
      foto: apa/dpa/julian stratenschulte

      Fast 3.900 Lehrer-Planstellen müssen heuer nachbesetzt werden.

    Share if you care.