Drohender Hungertod im Jemen: Regierung wirft UN Parteilichkeit vor

    12. Februar 2019, 10:45
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    Der UN-Jemen-Gesandte Griffiths unterwerfe sich dem Druck der Houthi-Rebellen, kritisiert der jemenitische Informationsminister

    Sanaa – Im Streit um blockierte Lebensmittelhilfe für Millionen Notleidende im Jemen hat die Regierung des Bürgerkriegslandes den UN Parteilichkeit vorgeworfen. Der UN-Jemen-Gesandte Martin Griffiths unterwerfe sich dem Druck der Houthi-Rebellen, erklärte Jemens Informationsminister Muammar al-Iryani am Dienstag auf Twitter.

    Eine gemeinsame Erklärung des Vermittlers und des UN-Nothilfekoordinators Mark Lowcock habe anders als frühere Stellungnahmen nicht den Houthis die Verantwortung für die Blockade von Getreidevorräten gegeben.

    Getreide für 3,7 Millionen Menschen

    Griffiths und Lowcock hatten am Montag mitgeteilt, in Mühlen nahe der Hafenstadt Hudaida sei genügend Getreide gelagert, um 3,7 Millionen Menschen einen Monat lang zu ernähren. Seit mehr als fünf Monaten sei jedoch der Zugang blockiert. Es gebe eine "geteilte Verantwortung" der Konfliktparteien, diesen sicherzustellen. Am Freitag hatte Lowcock noch erklärt, Houthis hätten den UN den Zugang versperrt.

    Nach mehr als vier Jahren Bürgerkrieg droht in dem armen Land auf Arabischen Halbinsel eine Hungerkatastrophe. Millionen Menschen brauchen dringend Lebensmittelhilfe. Die Vereinten Nationen sehen im Jemen derzeit die weltweit größte humanitäre Krise.

    Im Jemen kämpfen Houthi-Rebellen gegen Anhänger der international anerkannten Regierung. Im Dezember hatten sich die Konfliktparteien bei Friedensgesprächen in Schweden auf einen Truppenabzug aus Hudaidah geeinigt. Allerdings wurde das Abkommen bisher nicht umgesetzt. Beide Seiten geben sich dafür gegenseitig die Verantwortung. (APA, 12.2.2019)

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