Die Gehirngröße wirkt sich auch auf das Geschmacksempfinden aus

    18. Februar 2019, 11:24
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    Je größer das Gehirn ist, umso weniger bitter wird beispielsweise Tonic Water empfunden, haben australische Forscher gezeigt

    Brisbane – Wie groß ein Gehirn ist, hat offenbar nicht nur Einfluss auf die Intelligenz. Forscher der University of Queensland (UQ) im australischen Brisbane haben nun auch einen Zusammenhang mit dem Geschmacksempfinden festgestellt: Je größer das Gehirn, umso weniger bitter wird eine Substanz wahrgenommen, im konkreten Fall Tonic Water.

    "Jeder will wissen, warum wir bestimmte Lebensmittel mögen und warum Menschen Vorlieben für bitteren oder süßen Geschmack haben", sagt Hauptautor Daniel Hwang vom Diamantina Institute der UQ. "Es war unklar, ob die Gehirngröße mehr als den IQ einer Person bestimmt, aber jetzt können wir zeigen, dass sie beeinflußt, wie wir Essen und Trinken wahrnehmen."

    Geschmackstest

    Für die im Fachjournal "Behavioural Brain Research" veröffentlichten Studie sollten mehr als 1.600 Teilnehmer in Australien und Amerika die wahrgenommene Intensität verschiedener süßer und bitterer Getränke bewerten. Die Größe ihres Gehirns wurde dann mit einem MRT-Scan gemessen.

    Dabei stellte sich heraus, dass die linke Seite des entorhinalen Kortex, ein Bereich des Gehirns, der für Gedächtnis, Geruch und visuelle Wahrnehmung verantwortlich ist, bei Menschen, die Chinin als weniger bitter empfanden, größer war. Chinin ist eine Schlüsselkomponente im Tonic Water und wird häufig verwendet, um die Reaktion von Menschen auf einen bitteren Geschmack zu beurteilen.

    Behandlung von Essstörungen

    Die Ergebnisse ergänzen das bisherige Verständnis über den gustatorischen Kortex, des Teils des Gehirns, der Geschmackssignale verarbeitet und Geschmacksempfindungen erzeugt, erklärt Hwang. "Unsere Studie ist ein Schritt, um genau zu verstehen, wie das Gehirn den Geschmack wahrnimmt", sagte der Forscher. "Die Ergebnisse haben Auswirkungen auf die Verbesserung des Ernährungsverhaltens und die Behandlung von Essstörungen."

    Die Resultate helfen unter anderem bei der gezielten Behandlung bestimmter Bereiche des gustatorischen Kortex. "Essstörungen könnten etwa mit Methoden wie der transkraniellen Magnetstimulation behandelt werden, einer nicht-invasiven Behandlung, die derzeit zur Behandlung psychischer Erkrankungen eingesetzt wird," so Hwang. (red, 18.2.2019)

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