Fuchs widerspricht Löger und will Aus für Spitzensteuersatz

    11. Februar 2019, 12:59
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    Die Verlängerung des 55-prozentigen Steuersatzes wäre ein "schlechtes Signal für den Wirtschaftsstandort", sagt der blaue Finanzstaatssekretär

    Feldkirchen bei Graz – Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs (FPÖ) plädiert dafür, den 55-prozentigen Spitzensteuersatz auslaufen zu lassen. Während Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) den befristet eingeführten Steuersatz für Spitzenverdiener über 2020 hinaus verlängern will, bezeichnete Fuchs das am Montag als schlechtes Signal für den Standort. Die Körperschaftsteuer für Unternehmen soll über 20 Prozent bleiben.

    Fuchs machte am Montag auf seiner "Fairnesstour" durch Österreich am Flughafen Graz halt und erklärte die Steuerreformpläne der Regierung. Bei der ab 2021 geplanten Lohnsteuerreform sei die kolportierte Senkung der untersten drei Tarifstufen auf 20, 30 und 40 Prozent keineswegs in Stein gemeißelt, erklärte Fuchs. Dabei handle es sich um "Zahlen aus dem ÖVP-Wahlprogramm".

    Die unteren drei Stufen sollten aber jedenfalls reduziert werden, die oberen bestehen bleiben. Über den Spitzensteuersatz von 55 Prozent ab einer Million Euro Jahreseinkommen werde noch gesprochen. Er läuft eigentlich 2020 aus, soll laut Löger aber verlängert werden. "Eine Verlängerung wäre ein schlechtes Signal für den Wirtschaftsstandort", meinte Fuchs dazu. Damit würden auch Topverdiener wieder mit dem "normalen" Spitzensteuersatz von 50 Prozent besteuert. Der 55-prozentige Satz traf mit Stand 2014 358 Personen und brachte rund 50 Millionen Euro.

    Das Drängen der Wirtschaftskammer auf eine Senkung der Körperschaftsteuer von 25 auf 19 Prozent weist Fuchs zurück und schließt einen "Einser davor aus": "Es werden unter 25 Prozent, aber sicher über 20 Prozent sein." 19 Prozent seien "reines Wunschdenken". (APA, 11.2.2019)

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