"A Taste for Balance": Kulinarisches Kino auf der Berlinale

8. Februar 2019, 16:13
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Unter dem Motto "A Taste for Balance" zeigt das "Kulinarische Kino" von 10. bis 15. Februar 12 Filme, die die Beziehungen zwischen Essen, Kultur und Politik thematisieren.

Jedes Jahr laufen parallel zum großen europäischen Filmfestival unter dem Titel "Kulinarisches Kino" Filmpremieren aus der Welt des Essens ab. Sie erinnern daran, dass Essen nicht nur schmeckt, sondern auch Kulturgut ist. Nach einem Teil der Premieren wird im Gropius Mirror Restaurant von Top-Leuten der Branche aufgekocht.

Ausgewogen soll es sein

Heuer steht der kulinarische Part des Filmfestivals im Zeichen der Balance. Das Thema taucht in allen Filmen dieser Edition auf. "Geschmack im Gleichgewicht zu haben, ist nicht nur eine Empfehlung für eine ausgewogene Ernährung, sondern auch ein Rezept zur Wahrung der Demokratie", erläutert Festivaldirektor Dieter Kosslick das Motto.

2019, in der 13. Edition, präsentiert das "Kulinarische Kino" in seinem "Film & Food"-Programm ab 19:30 Uhr zwei Weltpremieren, eine internationale, zwei europäische und eine deutsche Premiere.

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Kurator Thomas Struck erklärt den Schwerpunkt des "Kulinarischen Kinos" 2019, "A Taste for Balance".

Nach dem Film servieren die Spitzenköche Angela Hartnett, Sebastian Frank, Haya Molcho, Kiko Moya sowie The Duc Ngo im Gropius Mirror Restaurant ein vom Film inspiriertes Menü.

Auszug aus dem Programm

"The Heat: A Kitchen (R)evolution" ein Dokumentarfilm von der kanadischen Regisseurin Maya Gallus eröffnet das "Kulinarische Kino". Der Film behandelt das Paradox, dass auf der einen Seite alle Menschen ihre erste Erfahrung mit Nahrung im Mutterleib machen und auch darauf oft Frauen die kulinarische Versorgung übernehmen.

Andererseits spielen Frauen in den Küchen der Spitzengastronomie kaum eine Rolle. Maya Gallus geht diesem Umstand mit ihren Protagonistinnen auf den Grund.

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Der Dokumentarfilm "The Heat: A Kitchen (R)evolution", zeigt das Ungleichgewicht der Geschlechter in der Gastronomie auf.

Ein nächster Beitrag zum "Kulinarischen Kino" sind zwei Erstaustrahlungen des Formats "Chef's Table", das die Köchinnen Asma Khan aus London und Mashama Bailey aus Savannah, USA portraitiert. Bei beiden geht es um die Balance zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Bereits zum dritten Mal ist die erfolgreiche Serie, kreiert von David Gelb, im Programm des Kulinarischen Kinos vertreten. Zu Ehren beider Köchinnen wird Haya Molcho ("Neni", in Wien und weiteren sieben Städten) ein Menü zubereiten.

Den spanischen Beitrag zum Kulinarischen Kino liefert Regisseur Miguel Ángel Jiménez mit "Y en cada lenteja un dios (A God in Each Lentil)". Er stellt die Frage der Balance zwischen Beruf und Privatleben. Kiko Moya und seine Familie führen das Restaurant "L’Escaleta" in der zweiten Generation. Es liegt in Cocentaina, Alicante, gehört zu den 25 besten Restaurants Spaniens und Portugals und ist mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Kiko Moya wird an diesem Abend persönlich am Herd stehen. (red, 8.2.2019)

  • Die Berlinale-Programmschiene "Kulinarisches Kino" steht in diesem Jahr unter dem Motto "A Taste for Balance".
    foto: kulinarisches kino / berlinale 2019

    Die Berlinale-Programmschiene "Kulinarisches Kino" steht in diesem Jahr unter dem Motto "A Taste for Balance".

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