Media-Saturn-Mutter wächst wieder – Abfertigungen drückten Gewinn

    8. Februar 2019, 12:03
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    Managementwechsel in der ersten und zweiten Führungsebene kosteten 34 Mio. Euro – Frühere Zumtobel-Vorständin Sonnenmoser wird Finanzvorständin

    Die Media-Saturn-Mutter Ceconomy ist nach drei Quartalen mit Umsatzrückgängen wieder zu Wachstum zurückgekehrt. Auch in Deutschland liefen die Geschäfte im Weihnachtsquartal wieder besser. Der Gewinn fiel jedoch erneut geringer aus als im Vorjahresquartal: Abfertigungen im Zuge des Führungswechsels schmälerten das Ergebnis deutlich.

    Der Konzern hatte im vergangenen Jahr mehrer Gewinnwarnungen sowie einen Ergebniseinbruch verkündet. Konzernchef Pieter Haas und Finanzvorstand Mark Frese hatten deswegen ihren Hut nehmen müssen.

    Teurer Führungswechsel

    Der Führungswechsel kommt den Elektronikhändler jedoch teuer zu stehen. Das operative Ergebnis (Ebit) sank im ersten Quartal (per Ende Dezember) um knapp 20 Prozent auf 234 Mio. Euro, wie Ceconomy am Freitag in Düsseldorf mitteilte. 34 Mio. Euro kosteten Ceconomy die Managementwechsel in der ersten und zweiten Führungsebene – insbesondere durch die Abgänge von Haas und Frese. Insgesamt tauschte Ceconomy nach der desaströsen Entwicklung 16 Manager aus, wie Interims-Finanzvorstand Bernhard Düttmann in einer Telefonkonferenz erläuterte.

    Bereinigt um die Aufwendungen sowie ohne die Berücksichtigung der französischen Beteiligung Fnac Darty konnte Ceconomy das Ebit um 15 Mio. auf 269 Mio. Euro steigern. Dabei profitierte Ceconomy von einer besseren Steuerung des "Black Friday" vor allem in Deutschland, so Düttmann. Das Unternehmen habe diesen mittlerweile für den Handel wichtigen Verkaufstag disziplinierter angegangen als im Vorjahr. Damals hatte Ceconomy überreizt und mit massiven Rabatten Kunden gelockt, was die Ergebnisse belastet hatte und zudem dazu führte, das im Dezember die Käufer im Weihnachtsgeschäft weg und die Lager voll blieben.

    Umsatzverschiebungen

    Auch heuer habe der "Black Friday" zu Umsatzverschiebungen geführt, sagte Düttmann. Allerdings nicht in dem Ausmaß vom Vorjahr. Das eigentliche Weihnachtsgeschäft sei daher besser gelaufen als im Vorjahr. Netto verdiente Ceconomy mit 107 Mio. Euro 3 Prozent mehr.

    Der Umsatz des Unternehmens stieg im wichtigen Weihnachtsquartal um 1,7 Prozent auf knapp 6,9 Mrd. Euro. Es war der erste Umsatzanstieg seit drei Quartalen. Währungsbereinigt lag das Plus bei 2,8 Prozent. Ceconomy habe Marktanteile hinzugewonnen, erklärte Düttmann. Dabei profitierte der Konzern von besseren Geschäften in Deutschland und in West- wie Südeuropa.

    Die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigte das Unternehmen. Für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 (bis Ende September) stellte der Vorstand ein leichtes Umsatzplus in Aussicht. Der operative Gewinn dürfte aber leicht sinken, wenn man die Beiträge aus der Beteiligung am französischen Konkurrenten Fnac Darty herausrechnet. Wechselkursschwankungen, den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen sowie Kosten für den Konzernumbau klammert Ceconomy bei der Prognose ebenfalls aus.

    Konzernumbau

    Der angestrebte Konzernumbau werde die Entwicklung dabei belasten. Das Maßnahmenpaket sowie Details zu den Kosten will Ceconomy spätestens mit der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal Ende Mai vorstellen. Dann ist auch das Management wieder komplett, wie Ende Jänner bekanntgegeben. Im März soll Jörn Werner die Führung des Konzerns übernehmen. Der Manager stand von 2015 bis 2018 an der Spitze der der Werkstattkette ATU und verantwortete davor die Neuausrichtung der Elektronik-Handelskette Conrad Electronic.

    Auch der Posten des Finanzvorstands wird neu besetzt: Diesen übernimmt die zuletzt für Finanzen und Beschaffung beim österreichischen Leuchtenhersteller Zumtobel beschäftigte Karin Sonnenmoser. Die Manager sollen an den Gesprächen über die Neuausrichtung beteiligt werden, so Düttmann.

    Ceconomy, die Dachgesellschaft der Elektronikhandelsketten Saturn und Media Markt, war im Juli 2017 aus der Aufspaltung des Metro-Konzerns hervorgegangen. Auf der anderen Seite blieb der Lebensmittelhändler Metro mit den gleichnamigen Großmärkten und der Supermarktkette Real. (APA, 8.2. 2019)

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      foto: apa
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