Steigendes Interesse an Wehrdienst

    8. Februar 2019, 10:41
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    Mehr als die Hälfte der wehrpflichtigen Männer will zum Bundesheer, insgesamt gibt es aber weniger Stellungspflichtige

    Wien – Die wehrpflichtigen Männer wenden sich wieder verstärkt Richtung Präsenzdienst und zwar mit 56 zu 44 Prozent gegenüber potenziellen Zivildienern. Dieser seit 2015 bestehende Trend hat sich auch 2018 bestätigt. Insgesamt sinkt aber die Zahl der Stellungspflichtigen. Damit stehen Österreich weniger Wehrpflichtige und weniger Zivildiener zur Verfügung.

    Im Jahr 2018 wurden 46.500 Männer zur Musterung gerufen, 30.700 (66 Prozent) davon waren tauglich, 11.150 (24 Prozent) untauglich. 4.650 waren vorübergehend untauglich, sind nicht erschienen oder müssen aus anderen Gründen zu einem späteren Zeitpunkt neuerlich zur Stellung. Von den Tauglichen meldeten sich rund 17.200 (56 Prozent) zum Präsenzdienst und 13.500 (44 Prozent) zum Zivildienst.

    Seit 2015 sinkt die Zahl der Zivildiener

    Seitdem 2006 der Zivildienst von zwölf auf neun Monate und der Wehrdienst von neun auf sechs Monate verkürzt wurden, war die Zahl der Zivildiener ständig angestiegen. 2005 hatten sich noch 10.000 für den Wehrersatzdienst gemeldet, das waren weniger als ein Drittel der Tauglichen. Diese Zahl ist dann immer weiter gestiegen und hatte 2014 ihren Höhepunkt erreicht.

    Seit 2015 hat sich das wieder gedreht. In diesem Jahr meldeten sich 51,3 Prozent aller Stellungspflichtigen zum Militär. In den Folgejahren ist dieser Anteil immer höher geworden und lag im Vorjahr schon bei 56 Prozent.

    Zivildienst und Wehrdienst leiden aber gleichermaßen unter den geburtenschwachen Jahrgängen und der steigenden Zahl an Untauglichen. 2018 wurden 14.591 Zivildiener den Trägerorganisationen zugewiesen, das sind rund 300 weniger als 2017 und sogar gut 600 weniger als 2016. Der Anteil der Untauglichen lag in den letzten Jahren bei rund 24 Prozent, damit ist mittlerweile fast jeder Vierte für den Wehrdienst ungeeignet. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei circa 14 Prozent. (APA, 8.2.2019)

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