Was Herbstferien für Schulen und Familien bedeuten

    Blog8. Februar 2019, 10:53
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    Herbstferien haben aus schulischer Sicht Vor- und Nachteile. Daneben stellt sich für viele Eltern auch noch die Betreuungsfrage

    Anna ist alleinerziehende Mama von drei Kindern. Ludwig (14), Henriette (10) und Jonathan (5) besuchen ihren Papa nur jedes zweite Wochenende. In den Ferien teilen sich die Eltern die Betreuungszeit auf. Für Anna und ihre drei Kinder ist die Fremdbetreuung notwendig, wenngleich Anna es eigentlich nicht mag, dass fremde Menschen in den Ferien auf ihre Kinder aufpassen. Viel lieber würde sie das gerne selbst machen und so viel Zeit wie möglich mit ihrem Nachwuchs verbringen.

    Aslan (9) und Elif (6) wachsen in einer großen Familie auf. Die beiden leben mit Mama und Papa zusammen, auch die Eltern von Papa und die Tante mit ihren drei Kindern wohnen noch in dieser Wohnung. Wenn die beiden Kinder keine Schule haben, ist immer jemand da, der sich um sie kümmern kann.

    Paul (12) und René (8) werden, seit sie denken können, von den unterschiedlichsten Au-pair-Mädchen betreut. Während der Jüngere das ziemlich spaßig findet, wünscht sich der Ältere, etwas mit seinem Papa unternehmen zu können. Beide Elternteile aber haben ziemlich verantwortungsvolle Positionen und können nicht so einfach ein paar Stunden nicht erreichbar sein. Auf die gemeinsamen Sommerferien freut sich die ganze Familie, denn da haben alle vier endlich mal so richtig Zeit für das gemeinsame Familienleben.

    foto: apa/harald schneider
    Herbstferien für alle: Was spricht dafür, was dagegen?

    Herbstferien für alle

    Die Bundesregierung hat sich ab dem Schuljahr 2020/21 auf Herbstferien geeinigt. Diese sollen in diesem Unterrichtsjahr von 26. Oktober bis 2. November 2020 dauern. Das bedeutet, dass alle österreichischen Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr zehn Tage fortlaufend freibekommen werden. Dafür sollen die bisher freien Dienstage nach Ostern und Pfingsten und zwei von der Bildungsdirektion festgesetzte Tage nicht mehr unterrichtsfrei sein.

    Herbstferien sind seit vielen Jahren ein heiß diskutiertes Thema, das damit wieder neu belebt wurde. Hatten einige Schulen schulautonom bereits sogenannte "Herbstferien" eingeführt und dafür schulautonome Tage und Ferienzeit herumgeschichtet, soll die neue Regelung jetzt verpflichtend für alle Schülerinnen und Schüler eine Pause von der stressigen Lernzeit darstellen.

    Unzählige Argumente dafür – aber auch dagegen

    Befürworter sehen, dass nach anstrengenden Lernphasen Erholungszeit sehr wohl sehr wichtig für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist. Auch lässt der Stress, dem Kinder und Jugendliche im Herbst ausgesetzt sind, eine Aus- und Ferienzeit notwendig erscheinen, damit es den Schülerinnen und Schülern wieder leichter fällt, sich den nächsten Anforderungen zu stellen. Da sich in einigen Schulen bereits eine Art von "Herbstferien" etabliert hat, spricht die leichtere Organisierbarkeit für eine einheitliche Regelung dieser Auszeit.

    Skeptiker hingegen finden, dass Kinder und Jugendliche in einer intensiven Zeit von Prüfungen und Schularbeiten, Tests und Wiederholungen in ihrer Lernroutine unterbrochen werden. Manche postulieren, dass Schülerinnen und Schüler nach der langen Zeit der Sommerferien gerade eben erst wieder in den Schulalltag zurück- beziehungsweise sich eingefunden haben. Andere wiederum meinen, dass diese freie Zeit Chancen nimmt und dazu führen kann, dass in den Pflichtfächern für den Unterrichtsstoff zu wenig Zeit bleibt. Insgesamt verlieren die Kinder Bildungszeit.

    Ein oftmals ungelöstes Problem

    Viele Eltern und Bezugspersonen weisen in jeder Diskussion darauf hin, dass es zusätzliche Betreuungsschwierigkeiten in vielen Familien gibt. Erwachsene mit schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen stellen sich die Frage, wo und wie ihr Nachwuchs betreut werden kann und wie sich das mit ihrer Arbeitszeit vereinbaren lässt.

    An einzelnen schulautonomen Tage lässt sich die Betreuung der Kinder für viele Eltern leichter bewerkstelligen als in ganzen Wochen, die schulfrei sind. Selbstverständlich stellen einheitliche freie Tage für Eltern eventuell weniger logistische Herausforderungen dar, da alle Schülerinnen und Schüler zur gleichen Zeit ihre Ferien genießen können.

    Wie sehen Sie die Regelung der Ferienzeiten und schulautonomen Tage?

    Wie bewerkstelligen Sie die Betreuung Ihrer schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen? Posten Sie Ihre Erfahrungen, Fragen und Ideen im Forum! (Andrea Leidlmayr, Christine Strableg, 8.2.2019)

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