Abriss: Cineplexx Reichsbrücke weicht den "Danube Flats"

    4. Februar 2019, 16:23
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    1999 war es eröffnet worden, 20 Jahre später wird das von Harry Seidler geplante Großkino dem Erdboden gleichgemacht

    Der Wohnturm "Danube Flats" hat seit wenigen Wochen eine Baugenehmigung (wir berichteten). Das Hochhaus an der Reichsbrücke kann damit nach mehr als sieben Jahren Planungszeit von seinen Bauherren, Soravia Group und S+B Gruppe, errichtet werden.

    Es entsteht am Standort des ehemaligen Kinos "Cineplexx Palace" an der Reichsbrücke. Seit einigen Wochen wird es abgerissen. Zunächst sah man davon kaum etwas, weil an der Rückseite begonnen wurde. Jetzt ist der schon weit fortgeschrittene Abriss aber auch von der Wagramer Straße bzw. von der U1 aus gut zu sehen.

    foto: putschögl

    Das Cineplexx Palace wurde so wie das benachbarte Hochhaus Neue Donau von Architekt Harry Seidler geplant. Vor fast zwanzig Jahren, im Herbst 1999, fand die Eröffnung statt.

    In dieser Zeit, rund um die Jahrtausendwende, gab es einen regelrechten Wildwuchs an Großkinos in Wien. Viele davon sperrten in den 2000er-Jahren wieder zu. Im Cineplexx an der Reichsbrücke konnte man 2011 zum letzten Mal einen Film anschauen.

    foto: putschögl

    2005 war im Cineplexx außerdem die "Stadt der Kinder" namens Minopolis eröffnet worden. Als "Europas erste dauerhafte Kinder-Stadt" wurde die Einrichtung damals von Eigentümer Erwin Soravia beworben. Das Konzept bestand aus "Themenstationen" wie Polizei, Feuerwehr, Müllabfuhr oder eine Bäckerei, in denen Kinder "in die unterschiedlichen Berufsrollen schlüpfen und so spielerisch die Welt der Erwachsenen kennenlernen" konnten.

    Schon kurz nach der Eröffnung wurden europaweite Expansionspläne mit dem Konzept verlautbart. Gewinne wurden aber nie geschrieben. Ende 2008 gab es erste Medienberichte über die drohende Schließung.

    Ende Februar 2009 fand man einen Investor, es ging weiter. Als aber 2012 die Pläne für die "Danube Flats" bekannt wurden, hieß es, man suche nach einem neuen Standort für "Minopolis". Ein beabsichtigter Umzug in den Prater scheiterte dann allerdings; im Dezember 2013 wurde schließlich Konkurs beantragt.

    foto: apa/neubauer

    Die Immobilie am nördlichen Ende der Reichsbrücke stand seither leer. Nun wird sie also dem Erdboden gleichgemacht. (mapu, 4.2.2019)

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