Super Bowl mit Maroon 5: Wenig Stimme, viele Tattoos

Glosse4. Februar 2019, 14:16
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Die US-Formatradio-Popper blamierten sich während der Halbzeitshow des weltweiten Fernsehspektakels nach allen Regeln ihrer kleinen Kunst

Abgesehen davon, dass der Super Bowl wegen des Spiels New England Dings gegen Los Angeles Bums laut Fachwelt schon bessere Tage gesehen hat: Die heuer aus einer Not heraus von Maroon 5 und Sänger Adam "Sexiest Man Alive 2013" Levine bestrittene Halbzeitshow wird in die Geschichte dieses weltweit von hunderten Millionen Menschen gesehenen Fernsehspektakels einmal als denkwürdiger Fremdschämabend eingehen.

Bevor sich der in edlen Strizzipelz gehüllte afroamerikanische Rapper Big Boi im Cadillac zur Bühne fahren ließ, um mit Kollege Travis Scott (sowie einer Zuspielung von Sponge-Bob) die Show zu übernehmen, hatte sich der noch geschmacksunsicher mit Designerkleidung aus den 1980er-Jahren (und aus dem Caritas-Container) bekleidete Levine schon heftig zu blamieren begonnen.

Leichtes Songgepäck

Nicht nur, dass die dreifachen Grammy-Gewinner Maroon 5 im Vergleich zu Vorgängern wie Michael Jackson, Prince oder Paul McCartney mit eher leichtem Songgepäck aus der MP3-Sammlung von Radio Arabella zu den Schwerpunktthemen Liebe, Liebesleid und körperliche Liebe angereist waren. Die wirklich großen Hits in den Formatradios liegen auch schon wieder eineinhalb Jahrzehnte zurück.

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Schlimm, aber: Richtig schlimm wird es dann während der letzten Minuten des Auftritts.

Maus schlägt Löwe

Der mittlerweile martialisch wie ein serbischer Fußballlegionär am ganzen Körper tätowierte Adam Levine musste sich gegen Ende auch noch das Shirt vom Leib reißen, um mit doch eher sehr dünner Stimme eines zu demonstrieren: In einem gut definierten Körper muss nicht immer ein Löwe hausen, es kann auch einmal ein Mäuschen sein.

Maroon 5 waren heuer ohnehin nur dritte Wahl. Nachdem seit 2016 aufgrund von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt auf dem Feld Spieler aus der Football League ausgeschlossen wurden, hatten angefragte Stars wie Rihanna oder Pink deswegen abgesagt. (Christian Schachinger, 4. 2. 2019)

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    foto: ap/humphrey
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