A1 erhöht wieder seine Preise: Werbung für Diskonter

    4. Februar 2019, 10:40
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    5G als Gefahr für Billiganbieter – Derzeit rittern 38 Mobilfunker um Kunden

    Die Strategie kommt nicht bei allen Kunden gerade gut an, aber seit einigen Jahren reagieren die etablierten Mobilfunker mit jährlichen Preiserhöhungen auf die Abwanderung von Kunden und die Konkurrenz durch Billiganbieter. So sollen die Ausfälle kompensiert werden.

    Mit Anfang Februar erhöhte A1 nun seine Preise. So steigt für Neukunden die jährliche Servicepauschale von 21,90 auf 25 Euro an. Das Aktivierungsentgelt wird von 29,90 auf 39,90 Euro erhöht. Auch einige Tarife werden um rund zwei Euro erhöht – dafür gibt es allerdings mehr Datenvolumen.

    Ein Segen für Diskonter

    Die jährlichen Preiserhöhungen sind allerdings für die Mobilfunkdiskonter ein Segen, da immer mehr Kunden Preise und Tarife vergleichen. Derzeit rittern 38 Mobilfunker um Kunden. Mit ihren vergleichsweise niedrigen Tarifen konnten sie in den letzten Jahren über eine Million Kunden gewinnen und den Wettbewerb massiv befeuern. Besonders der im Jänner 2015 gestartete Billiganbieter Hot konnte seither punkten und laut eigenen Angaben über 800.000 Kunden gewinnen. Und das Unternehmen wächst weiter. Aber auch weitere Anbieter wie Spusu und UPC Mobile wiesen beachtliche Nutzerzahlen aus.

    Kein Rezept gefunden

    Ein Rezept gegen die Diskonter haben die großen Anbieter bisher nicht gefunden. A1 versucht mit seiner Billigmarke Yesss den Newcomern Paroli zu bieten. Dafür lockt man mit vergleichbar niedrigen Tarifen ins A1-Netz. Bisher zeigt diese Strategie wenig Erfolg.

    Hoffnungen setzt man auch auf die kommende Mobilfunktechnologie 5G. Diese könnte sich als Bedrohung für die kleinen Anbieter entpuppen, da sie lediglich Untermieter in fremden Netzen sind und es fraglich ist, ob die großen Mobilfunker ihre 5G-Netze öffnen werden. Allerdings ist man sich bei der zuständigen Telekombehöre RTR dieser Gefahr für kleinere Anbieter durchaus bewusst. So könnte es bei künftigen Frequenzversteigerungen zu einer Bevorzugung von kleineren Mobilfunkern kommen, damit diese weiterhin für Wettbewerb sorgen, wie Telekomregulator Johannes Gungl sagte. Zuerst aber soll die Auktion im Februar abgewartet werden.

    "Apokalyptische Reiter"

    Aber nicht nur Diskonter bereiten den etablierten Anbietern Sorgen. Sie müssen sich auch mit den "apokalyptischen Reitern aus dem Silicon Valley" herumplagen. So hat etwa Whatsapp bei vielen Kunden SMS abgelöst. Videoanbieter wie Youtube und Netflix zwingen sie dazu, ihre Netze massiv auszubauen. Schließlich wollen Kunden ihre Lieblingsserien mittlerweile auch in 4K-Qualität sehen, was einen enormen technischen Aufwand bedeutet. (sum, 4.2.2019)

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      foto: apa
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