Verhütung: Wie handhaben Sie die Einnahme der Pille?

    User-Diskussion7. Februar 2019, 09:00
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    Drei Wochen täglich die Pille zu nehmen und danach eine siebentägige Pause einzulegen ist Usus. Eine Studie zeigt, dass diese Pause keinen medizinischen Nutzen hat. Unterbrechen Sie die Pilleneinnahme?

    Frauen, die als Verhütungsmethode zur Pille greifen, haben in den vergangenen 60 Jahren einen mehr oder weniger einheitlichen Ablauf der Einnahme eingehalten. Über den Zeitraum von drei Wochen wird täglich eine Pille eingenommen. Nach einer einwöchigen Pause, in der eine Abbruchblutung einsetzt, folgt die nächste Packung Pillen, und der Zyklus beginnt von vorne. Dass die "Pillenpause" aus medizinischer Sicht sinnlos ist, zeigt eine aktuelle Studie der britischen Fakultät für sexuelle und reproduktive Gesundheit. Der National Health Service hat die Empfehlung des gängigen Einnahmeschemas folglich gekippt.

    Positive Auswirkungen der durchgehenden Einnahme

    Die durchgehende Einnahme der Pille habe keine negativen Auswirkungen – im Gegenteil: Es könne so das Risiko ungewollter Schwangerschaften gesenkt und negative Nebenerscheinungen wie Kopfschmerzen, Krämpfe und andere PMS-Symptome (PMS: Prämenstruelles Syndrom), die unter Umständen durch die hormonelle Umstellung entstehen, vermindert werden, so das Ergebnis der Studie.

    Auch in Österreich gibt es die Wahl zwischen der klassischen Monatspille oder der 91-Tage-Pille, bei der am Ende des Einnahmezyklus keine Pause, sondern ein Intervall mit niedrig dosierten Östrogenpillen folgt, um mögliche Beschwerden zu minimieren. Warum hat es also 60 Jahre gedauert, das gängige Einnahmeschema zu revidieren?

    Der Papst und das Blut

    John Guillebaud, emeritierter Professor für Familienplanung und reproduktive Gesundheit am University College London, äußert sich in einem Interview im "Telegraph" dahingehend, dass das gängige Einnahmeschema womöglich auf die katholische Kirche zurückzuführen sei. So soll John Rock, ehemaliger US-amerikanischer Gynäkologe und Miterfinder der Pille, gehofft haben, der Papst akzeptiere die Verhütungsmethode eher, wenn der weibliche Zyklus quasi "natürlich" erhalten bliebe.

    Wie handhaben Sie die Einnahme?

    Nehmen Sie die Pille? Wenn ja: Welches Einnahmeschema verfolgen Sie? Wurden Sie von Ihrem Gynäkologen, Ihrer Gynäkologin über unterschiedliche Möglichkeiten aufgeklärt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen im Forum! (mawa, 7.2.2019)

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