Das verschwundene Kind: Wie gefällt Ihnen der "Tatort"?

Ansichtssache3. Februar 2019, 17:13
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Charlotte Lindholm muss mit den Konsequenzen ihres letzten, misslungenen Einsatzes kämpfen und bekommt mit Anais Schmitz eine neue schlagkräftige Kollegin

Das schier unfassbare Phänomen von Frauen, die die eigene Schwangerschaft bis zur Geburt nicht bemerken, behandelt der neue "Tatort". "Leider schiefgegangen" und "harte Bilder, schwammige Story", attestieren DER STANDARD und "Der Spiegel". Und wie gefällt Ihnen dieser "Tatort"?

foto: orf/ard/christine schroeder

Die Story

Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) wurde nach einem misslungenen Einsatz vom LKA Hannover zur Polizeidirektion Göttingen strafversetzt, wo sie mit einem neuen Team klarkommen muss. Keine einfache Sache, verhält sich doch ihre neue Kollegin Anais Schmitz (Florence Kasumba) in ihrer Arbeit ähnlich dominant wie sie.

Ihr Fall geht beiden Kommissarinnen an die Nieren: In der abbruchreifen, verdreckten Umkleidekabine eines Schul-Sportplatzes wird entdeckt, dass hier eine Frau unter mysteriösen Umständen mutterseelenallein entbunden hat. Manches deutet auf ein Verbrechen hin. Wo sind Mutter und Kind, leben sie noch?

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foto: orf/ard/christine schroeder

Leider schiefgegangen

"Es hätte so ein guter Tatort werden können", befindet Sebastian Fellner im STANDARD, um dann zum Schluss zu kommen: "leider schiefgegangen". Der Fall behandle das schier unfassbare Phänomen von Frauen, die die eigene Schwangerschaft bis zur Geburt nicht bemerken. Allerdings: "In der Umsetzung scheitert der Tatort aber über weite Strecken – vor allem, weil man den Darstellern das Gesagte oft einfach nicht abnimmt."

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Schwaches Drama

"Harte Bilder, schwammige Story", attestiert Christian Buß im "Spiegel". "Ein interessanter Auftritt für Lindholm und ihre neue Kollegin Schmitz, aber leider ein schwaches Drama um Missbrauch und Teenager-Schwangerschaft."

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foto: orf/ard/christine schroeder

Schmerzvoll und blutig

Der neue Tatort spiele vor dem Hintergrund des Phänomens, dass in Deutschland in rund 1600 Fällen pro Jahr weder die Frauen selbst noch deren Umgebung eine Schwangerschaft bemerken, schreibt Claudia Schwartz auf nzz.ch: "Diese Realität beleuchtet die Folge eigentlich gar nicht so schlecht anhand der Kriminalgeschichte." Im jüngsten Fall von Ermittlerin Lindholm gehe "es schmerzvoll und blutig zu. Für empfindliche Gemüter ist das nix."

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foto: orf/ard/christine schroeder

Geht an die Nieren

Zum Debüt von Florence Kasumba als Kommissarin Anais Schmitz schreibt Markus Ehrenberg im "Tagesspiegel": "Irgendwann ist es auch gar nicht mehr die Frage, was es bedeutet, die erste dunkelhäutige "Tatort"-Kommissarin zu sein und damit der Traditions-Krimi-Reihe vielleicht mehr Diversität zu verleihen, sondern ob dieser Krimifall wirklich funktioniert, ob er nicht von den Streitereien unter den dominanten Ermittlerinnen erdrückt wird." Einige Szenen Würden "an die Nieren" gehen: "Am Ende hat man dann doch fast vergessen, dass da was war mit der Hautfarbe der neuen Kollegin von Charlotte Lindholm." (red, 3.2.2019)

Und wie sehen Sie das neue Ermittlerinnenduo vom "Tatort"? Hier im Forum ist Platz für Ihren Befund:

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