Antonio Fian: Die gespaltene Gesellschaft

1. Februar 2019, 16:28
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Naturtheatersaal, bis auf den letzten Platz gefüllt

(Naturtheatersaal, bis auf den letzten Platz gefüllt. Auf der Bühne Hanswurst, heftig grimassierend und gestikulierend.)

HANSWURST: Wisst ihr, was ich nie verstanden habe? Ich habe nie verstanden, wie jemand, der Ariel heißt, so viel Dreck am Stecken haben kann.

(Buhrufe/Gelächter)

HANSWURST: Aber mit den Namen ist es ja überhaupt interessant. Wenn man zum Beispiel im Internet den Namen Gudenus eingibt, wird der von den allgegenwärtigen Übersetzungsprogrammen sofort ins Englische transferiert und dabei in zwei Worte aufgeteilt: Good Anus. Und schon landet man auf diversen Pornoseiten.

(Gelächter/Buhrufe)

HANSWURST: Andererseits: Wenn einer schon Adamovich heißt, muss man sich zuerst einmal fragen, ob er eine aufrechte Aufenthaltsgenehmigung hat.

(Lautere Buhrufe / Brüllendes Gelächter)

HANSWURST: Jedenfalls hätte ich mir nie gedacht, dass Österreich einmal vom Waldheim aufs Waldhäusl kommen würde, vom Heim aufs Häusl.

(Exorbitantes Gelächter / Ohrenbetäubende Buhrufe)

(Vorhang)

(Antonio Fian, 1.2.2019)

Material: Jörg Haider, Aschermittwochreden 2001 und 2002;
Florian Scheuba, "Zeit, ein paar Dinge richtigzustellen";
Ruth Beckermann, Interview nach der Verleihung des Österreichischen Filmpreises 2019, ORF 3, 30. 1. 2019

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