Wie richtig Ski fahren geht

    2. Februar 2019, 13:00
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    Wer ein paar einfache Tipps und Regeln beachtet, übersteht den Skiurlaub unverletzt

    Passend zum Beginn der Semesterferien in Wien und Niederösterreich: Schnee in Hülle und Fülle, Idealbedingungen für alle Skifahrer und Snowboarder. Der Wintersport ist statistisch gesehen nicht gefährlicher als Wandern oder Mountainbiken. Rund 30.000 Menschen verletzen sich in Österreich pro Jahr beim Skifahren oder Snowboarden trotzdem so schwer, dass sie ärztlich versorgt werden müssen. In etwa 60 Prozent der Fälle bricht ein Knochen, danach folgen Sehnen- und Muskelverletzungen.

    Die meisten Unfälle passieren deshalb, weil Skifahrer oder Snowboarder ihr Können überschätzen, unachtsam oder abgelenkt sind. Auch mangelnde Vorbereitung und unpassende Ausrüstung erhöhen das Sturz- und Verletzungsrisiko. Experten raten dazu, einen Ski zu wählen, der zum eigenen Können passt. Demnach ist für viele Skifahrer ein Race-Carver nicht die beste Wahl.

    Was auf keinen Fall fehlen sollte: der Helm. Für Kinder unter 15 Jahren gilt in den meisten Bundesländern ohnehin Helmpflicht. Das Wichtigste ist, dass der Helm genau der Kopfform entspricht. "Um beim Kauf die richtige Größe zu ermitteln, am besten bei der Anprobe mit einem relativ großen Helm beginnen und sich dann der idealen Größe annähern. Damit der Helm die richtige Schutzfunktion gewährleisten kann, sollte er vollflächig auf dem Kopf sitzen. Der Helm sollte aber auch ohne Kinnriemen gut passen. Das heißt, dass er auch bei leichten Kopfbewegungen wie Nicken oder Schütteln nicht rutscht", sagt Thomas Manek von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA.

    Witterungsbedingte Farbenlehre

    Ein wichtiger Begleiter auf der Piste ist auch die Skibrille. "Gelbe oder orange Brillengläser sind vor allem bei Nebel ratsam, diese lassen die Umgebung kontrastreicher erscheinen", erklärt Unfallverhütungsexperte Emmerich Kitz von der AUVA. Wenn die Sonne scheint, sollte die Wahl hingegen auf graue oder blaue Brillengläser fallen, da sie das Sehen bei großer Helligkeit erleichtern. Manche Hersteller bieten auch austauschbare Brillengläser an.

    Um Wirbelsäule und Brustkorb zu schützen, gibt es sogenannte Rückenprotektoren. Ob sich auf diese Weise tatsächlich schlimmere Verletzungen verhindern lassen, ist noch nicht eindeutig geklärt. Das Prinzip der Rückenprotektoren: Die bei einem Sturz entstehenden Kräfte sollen großflächig über den gesamten Rücken verteilt und die Aufprallenergie gedämpft werden. Zudem solle auch verhindert werden, dass sich bei Stürzen spitze Gegenstände wie Äste, Steine oder Stecken in den Rücken bohren.

    VKI empfiehlt Softprotektoren

    Oberstes Gebot ist auch hier: Der Rückenprotektor muss passen. Er soll an der Wirbelsäule anliegen und im Nacken oder Steiß nicht überstehen. Darüber hinaus darf er sich beim Hinsetzen nicht verschieben. Eine Anpassung des Protektors an die Körpergröße ist also unbedingt notwendig.

    Es gibt zwei Arten von Protektoren: Hartschalen- und Softprotektoren. Die darin enthaltenen Schaumstoffmaterialien verteilen die Aufprallenergie großflächiger als die Kunststoffplatten der harten Rückenpanzer, die Stöße schlechter dämpfen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) rät deshalb eher von Hartschalenprotektoren ab. (red, 2.2.2019)

    • Etwa 90 Prozent der Skifahrer und Snowboarder schützen ihren Kopf mit einem Helm. Dadurch ist die Anzahl der Kopfverletzungen nachweislich gesunken.
      foto: getty images/istockphoto

      Etwa 90 Prozent der Skifahrer und Snowboarder schützen ihren Kopf mit einem Helm. Dadurch ist die Anzahl der Kopfverletzungen nachweislich gesunken.

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