Magere Zeiten

Kolumne5. Februar 2019, 11:45
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Was immer an Halbherzigem beim politischen Abtausch herauskommen mag: Für Pipsi und Bruno heißt es, sich auf magere Zeiten einzustellen.

Nun also die Feiertage. Nach der Arbeitszeit knöpft sich die Regierung das nächste "Privileg" vor. Das Karfreitagserkenntnis des Europäischen Gerichtshofs ist dafür bloß willkommener Anlass – ein Dorn im Auge sind die Auszeiten der Industrie seit Jahren. Ob es nun 13 sind oder doch nur elf (weil Wanderfeiertage wie der 1. Mai ja regelmäßig auf einen Sonntag fallen), ist dabei unerheblich. Es sind die freien Tage an sich, die man nicht nur den unselbstständig Erwerbstätigen streitig macht.

Work-Life-Balance

Ob sich die ursprünglich christliche Motivation über die Jahre verflüchtigt hat oder nicht: Für die Work-Life-Balance, die der jungen Generation inzwischen wichtiger ist als die Kröten (die sie verdienen), sind Auszeiten vom Bergwerk ein Geschenk des Himmels.

Was immer an Halbherzigem beim politischen Abtausch herauskommen mag: Für Pipsi und Bruno heißt es, sich auf magere Zeiten einzustellen. Es wird weniger Ausflüge in die Pampa geben, weil es den Hundeeltern an Zeit fehlen wird. Mal schnell ohne Stau auf den Cobenzl düsen und neben ein bisschen Bewegung gleich in aller Ruhe ein neues Fahrzeugmodell testen droht dann ebenso zum Luxus zu verkommen wie ein Sprint ans Meer der Wiener, in dem nicht nur unsere zwei Wasserratten im Neusiedler See ein Hatzerl machen und gleich auch ein Bad nehmen können.

Ganz zu schweigen von der Ruhe, die in die Stadt einkehrt, wenn Kurzurlauber und Wochenpendler (endlich) das Weite suchen. Sie wird uns genauso fehlen wie die Parkplätze, die es dann in Hülle und Fülle gibt. Und das alles kostenlos auch noch. (Luise Ungerboeck, 5.2.2019)

  • Mit dem Hund unterwegs? In Zukunft eher seltener, wenn uns die Regierung die freien Tage streitig macht.
    foto: apa

    Mit dem Hund unterwegs? In Zukunft eher seltener, wenn uns die Regierung die freien Tage streitig macht.

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