Amazon-Anleger trotz Rekordgewinns unzufrieden

1. Februar 2019, 08:15
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Der Nettogewinn stieg um fast 60 Prozent auf drei Milliarden Dollar. Die Aktie notierte nachbörslich jedoch klar im Minus

Seattle – Ein starkes Weihnachtsgeschäft und boomende Cloud-Services haben Amazon einen glänzenden Jahresabschluss beschert. Im vierten Quartal kletterten die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um 20 Prozent auf 72,4 Milliarden Dollar (63 Milliarden Euro), teilte der Onlinehandelsriese am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Bei Anlegern kamen die Zahlen jedoch nicht gut an.

Der Nettogewinn legte um fast 60 Prozent auf drei Milliarden Dollar zu, obwohl Amazon im Vorjahr von einer hohen Steuergutschrift profitiert hatte. Der Konzern von Tech-Milliardär Jeff Bezos setzt seinen Aufwärtstrend damit fort und lieferte bereits das dritte Vierteljahr in Folge ein Rekordergebnis ab.

Gutes Weihnachtsgeschäft

Amazon profitierte rund um die Weihnachtszeit insbesondere in Nordamerika stark vom florierenden Onlinehandel, der die Einnahmen kräftig steigen ließ. International liefen die Geschäfte weniger rund. Sorgen bereitet vor allem Indien, wo neue Auflagen für Internethändler aus dem Ausland Amazons Expansion erschweren.

Dafür kann sich der Konzern weiter auf sein lukratives Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Netz verlassen. Amazons Flaggschiff – die Web-Plattform AWS, die Cloud-Services an Firmen verkauft – erhöhte die Einnahmen um 45 Prozent auf 7,4 Mrd. Dollar.

Erwartungen der Wall Streer übertroffen

Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Wall Street klar, dennoch fiel die Marktreaktion negativ aus. Die Aktie geriet nachbörslich ins Minus und büßte zeitweise mehr als fünf Prozent ein. Für Enttäuschung sorgte die Prognose für das laufende Quartal, zudem stellte Finanzchef Brian Olsavsky Anleger auf höhere Ausgaben ein, die im aktuellen Geschäftsjahr die Bilanz belasten könnten.

"Ich würde davon ausgehen, dass die Investitionen gegenüber 2018 ansteigen", sagte Olsavsky in einer Konferenzschaltung mit Analysten. Für das erste Quartal rechnet Amazon mit einem operativen Gewinn zwischen 2,3 und 3,3 Mrd. Dollar. Die Erlöse dürften zwischen 56 und 60 Mrd. Dollar liegen – das wäre ein schwächeres Wachstum als zuletzt und weniger als am Markt erwartet.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 legte Amazon noch kräftig zu: Der Umsatz kletterte um 31 Prozent auf 232,9 Mrd. Dollar. Der Überschuss stieg von 3,0 auf 10,1 Mrd. Dollar.

Amazon-Chef Bezos hob besonders den Erfolg von Geräten mit der Sprachassistentin Alexa an Bord hervor. Der Mini-Lautsprecher Echo Dot sei im Weihnachtsgeschäft der bestverkaufte Artikel weltweit auf der Plattform gewesen. Amazon hatte bereits Anfang Jänner erstmals Angaben zum Absatz von Alexa-Geräten gemacht und bekanntgegeben, die Marke von 100 Millionen verkauften Produkten geknackt zu haben. (APA, dpa, 31.1.2019)

  • Amazon-Boss Jeff Bezos darf zufrieden sein.
    foto: apa/afp/jim watson

    Amazon-Boss Jeff Bezos darf zufrieden sein.

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