"Kingdom Hearts 3" im Test: Wunderschönes, aber verwirrendes Disney-Spektakel

    31. Jänner 2019, 09:42
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    Die erfolgreiche Action-Rollenspiel-Serie ist nach 17 Jahren zum Ende gekommen. Ist den Machern ein ansprechendes Finale gelungen?

    Es gibt sie immer wieder, diese kurzen und emotionalen Momente, in denen man bei Kingdom Hearts 3 an seine Kindheit erinnert wird. Etwa wenn man die kunterbunte Welt von Monster AG durchforstet oder mit Hercules gerade noch einmal das Böse zurückschlägt. Dann aber wird diese heile Welt unterbrochen, weil man ins Grübeln kommt und sich fragt, ob Kingdom Hearts immer schon so kompliziert war.

    Im Jahr 2002 hat Tetsuya Nomura das Fundament für eine der erfolgreichsten Spieleserien mit riesiger Community dahinter gelegt. 17 Jahre später gibt es von dem Action-Rollenspiel zahlreiche Adaptionen für insgesamt zwölf Plattformen. Es war also lange Zeit für den dritten und somit finalen Teil von Kingdom Hearts mit Protagonist Sora.

    Die Serie vermischt zahlreiche Disney- und Square-Enix-Schauplätze und erlaubt dadurch, dass man mit seinen Lieblingsfiguren aus Film und Serie interagiert. Auch bei Kingdom Hearts 3 durchforstet man Welten aus bekannten Produkten wie Herkules, Fluch der Karibik, Toy Story und Baymax – Riesiges Robowabohu. Die Abenteuer werden gemeinsam mit Donald Duck und Goofy bestritten. Bei dem kinderfreundlichen Spektakel trifft man aber auch immer wieder auf weitere Disney-Figuren wie Micky Maus und Winnie Pooh.

    Ungefähr 40 Stunden Spielzeit müssen für Kingdom Hearts 3 eingeplant werden. Die Handlung des Spiels ist etwas kompliziert. Kurzum hat ein Krieg zwischen der Macht des Lichts und der Dunkelheit die Welt zersplittert und Bösewicht Xehanort will einen historischen Kampf wiederholen, der ihm zum Alleinherrscher machen soll. Als Mitglied der Hüter des Lichts versucht man nun das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit zu wahren, damit keine Seite Überhand in dem Konflikt erringt.

    Dieses erzählerische Labyrinth ergibt sich daraus, dass es – auch wenn der Name anderes vermuten lässt – bereits zehn Kingdom Hearts-Spiele gibt, die allesamt einen Teil der Geschichte in nichtchronologischer Reihenfolge erzählten. Mit dem neuesten Ableger soll das Abenteuer mit Protagonist Sora nun aber seinen Abschluss erfahren.

    kingdom hearts

    Was ist gelungen?

    Visuell ist das geschichtsträchtige Werk in der Gegenwart angekommen. In der detailreichen Spielkulisse kann man sich schnell verlieren und aufgrund der zahlreichen Disney-Charaktere in Erinnerungen schwelgen. Für den Spieler ergibt sich nicht nur die Möglichkeit, die emotionsbeladene Hauptgeschichte zu verfolgen, sondern sich auch den zahlreichen Geheimnissen und Nebenaufgaben zu widmen. Zudem finden sich im Spiel auch einige spaßige Minigames in Game-&-Watch-Manier, die zusätzlich verdeutlicht, dass Square Enix mit einer großen Liebe zum Detail vorgegangen ist.

    Die dynamischen Auseinandersetzungen mit den Bösewichten des Spiels sind außerdem aufgrund des Kampfsystems durchaus kurzweilig und aufgrund der Spezialangriffe ein wahres Effektfeuerwerk. Geschwind wird den unterschiedlichen Bösewichten ausgewichen und zugleich zum Gegenschlag mittels Combo-Attacken oder Magieangriffen angesetzt.

    Gemeinsam mit den unzähligen Kameraden entwickeln sich die Kämpfe zu einem Spektakel in Disney-Manier – zumeist auch mit Happy End, da der Standard-Schwierigkeitsgrad recht einfach gehalten ist. Zusätzlich können die musikalische Untermalung und die Steuerung gelobt werden. Größtenteils finden sich Kompositionen aus den Filmvorlagen in dem Spiel.

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    Was ist weniger gelungen?

    Hinsichtlich der Story ist Kingdom Hearts 3 selbst für Serienkenner viel zu überladen, was durch die detailreichen Dialoge mit zahlreichen Spielfiguren verstärkt wird. Immer wieder treten Momente auf, die aufgrund des fehlenden Kontexts nicht ganz verständlich sind. Das führt so weit, dass man frustriert beginnt, die unzähligen Konversationen gänzlich zu überspringen, weil sie den Verwirrungszustand nur noch verstärken würden. Für Neulinge dürfte der Plot des Spiels umso unverständlicher sein – selbst nach Studium der bisherigen Geschehnisse.

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    Fazit

    Square Enix hat bei Kingdom Hearts 3 vieles richtig gemacht, ist aber in einer Hinsicht gescheitert. Auf der positiven Seite rangieren die zahlreichen Spielwelten und das Gameplay. Sich mit Donald und Goofy in Auseinandersetzungen zu stürzen ist ein großer Spaß, der immer wieder begeistern kann. Die unterschiedlichen, liebevoll gestalteten Schauplätze lassen außerdem Kindheitserinnerungen aufleben und dürften die Herzen von Disney-Fans höherschlagen lassen.

    Die positiven Aspekte werden aber durch eine überladene und selbst für Serienkenner verwirrende Story getrübt, auch wenn diese durchaus emotionale Momente liefert. Irgendwann erreicht man als Spieler den Punkt, sich nicht noch einer weiteren Zwischensequenz hinzugegeben, da man den Faden schon lange zuvor verloren hat.

    Kingdom Hearts 3 ist letztlich ein gutes Spiel in einem bildschönen, aber höchst verwirrenden Disney-Universum. (Daniel Koller, 31.1.2019)

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

    "Kingdom Hearts 3" ist ab 12 Jahren für Playstation 4 und Xbox One erschienen. UVP: 69,99 Euro.

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    "Kingdom Hearts 3"

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      foto: square enix
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