Daten und Fakten: Was Sie über die Masern wissen müssen

    31. Jänner 2019, 07:00
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    Impfungen retten Leben, die Angst vor Nebenwirkungen ist unbegründet. Wir beantworten die wichtigsten Fragen

    Frage: In welchem Alter sollten Kinder geimpft werden?

    Antwort: Für einen umfassenden Schutz sind zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen nötig. Sie können frühestens mit dem vollendeten neunten Lebensmonat und sollten spätestens vor Ende des zweiten Lebensjahres verabreicht werden. Viele Kinder in Österreich werden zu spät geimpft.

    Frage: Wie hoch ist die Durchimpfungsrate in Österreich?

    Antwort: Experten kritisieren immer wieder, dass in Österreich genaue Zahlen zur Durchimpfungsrate fehlen. Eine Untersuchung der TU im Auftrag des Gesundheitsministeriums hat zuletzt ergeben, dass 2017 die Durchimpfungsrate bei den Zwei- bis Fünfjährigen mit der zweiten Dosis nur bei 81 Prozent lag. Bei den sechs- bis neunjährigen Kindern lag der Wert bei 89 Prozent und bei den 15- bis 30-Jährigen haben nur insgesamt 70 Prozent einen kompletten Impfschutz.

    Frage: Was ist der Herdenschutz?

    Antwort: Impfungen schützen auch diejenigen, die selbst nicht geimpft werden können – weil sie zu jung, krank oder schwanger sind. Je mehr Menschen geimpft sind, desto geringer ist das Risiko für Ungeimpfte, sich anzustecken. Liegt die Durchimpfungsrate mit zwei Dosen über 95 Prozent, kann eine Krankheit ausgerottet werden, der Herdenschutz ist gesichert. Bei den Masern ist das etwa in Amerika zwischenzeitlich gelungen. Immer wieder gibt es Impfgegner, die sich darauf verlassen, dass die anderen geimpft sind und sie von diesem Herdenschutz profitieren.

    Frage: Wie ist die Lage in Europa?

    Antwort: Die Durchimpfungsraten mit der zweiten Dosis liegen laut WHO nur in Spanien, Portugal, Island, Schweden, Ungarn, Kroatien und der Slowakei über 95 Prozent. Besonders niedrig mit unter 84 Prozent sind sie in Frankreich, Italien, Griechenland und Rumänien.

    Frage: Nimmt die Zahl der Masern-Fälle zu?

    Antwort: Ja. In Österreich gab es im Vorjahr 77 gemeldete Masern-Fälle. Von 2016 bis 2017 hat sich die Zahl der Erkrankungen verdreifacht. Die WHO warnt vor einer rasant steigenden Zahl der Masern-Infektionen. 2017 seien weltweit 30 Prozent mehr Fälle gemeldet worden als im Jahr davor.

    Frage: Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

    Antwort: Masern sind hochansteckend. 98 von 100 Personen, die nicht geimpft sind und mit dem Virus in Kontakt kommen, stecken sich an. Masern werden beim Husten, Niesen aber auch beim Sprechen übertragen – selbst auf einige Meter Entfernung.

    Frage: Kräftigt eine durchstandene Masern-Erkrankung den Körper?

    Antwort: Nein, das Gegenteil ist der Fall. Nach der Erkrankung ist das Immunsystem so geschwächt, dass über mehrere Jahre das Risiko für den Tod durch andere Infektionskrankheiten erhöht ist.

    Frage: Welche Nebenwirkungen gibt es?

    Antwort: Häufig ist der Bereich rund um die Einstichstelle gerötet, schwillt an oder kann schmerzen. Auch Fieber ist möglich oder dass Geimpfte sich kränklich und unwohl fühlen. Das sind Anzeichen dafür, dass das Immunsystem arbeitet. Denn der Impfstoff stellt abgeschwächte Krankheitserreger zum Training für den Ernstfall zur Verfügung. Eine Folge von Masern kann in einem von 1.000 Fällen die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), eine lebenslange Behinderung, sein. Zum Vergleich: Das Risiko für eine Gehirnhautentzündung nach einer Impfung liegt bei einem von einer Million Fälle.

    Frage: Wo kann man sich impfen lassen?

    Antwort: Die Masernimpfung erfolgt in Form einer Kombinationsimpfung gegen Masern-Mumps-Röteln und wird für Kinder und Erwachsene in öffentlichen Impfstellen kostenlos angeboten. (Bernadette Redl, 31.1.2019)

    • Masern sind hochansteckend, eine Impfung schützt.
      foto: istock

      Masern sind hochansteckend, eine Impfung schützt.

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